Per Anhalter durch die Küchen der Galaxis


Erschöpft kehrte ich zurück, verspürte ein dumpfes gefühl in meinem Bauch und verspeisste ein Leberwurstbrot.

Teil 2


Scappis Vermächtnis

Die ganze Nacht zog ich durch den Ort um Gloria zu finden, im Brauhaus hatte man sie schon seit Tagen nicht mehr gesehen, auch im Hostel wo sie ab und an kleine Arbeiten erledigte wurde sie nicht gesehen. Voll Sorge und Sehnsucht suchte ich Sie auch in den Spelunken unten am Fluss in denen sich die Fuhrleute mit den Fischern, Vagabunden und Taglöhnern volltrunken im Dreck prügelten weil sie im Kartenspiel verloren hatten.
Ich kehrte in meine Kammer zurück, in der Hoffnung sie im Morgengrauen bei den Waschweibern zu finden.
Schlaf fand ich dennoch keinen, ich lauschte den Geräusch im Haus und auf der Strasse, und wartete auf das poltern der Eimer und das Gezanke der Weiber hinten im Hof.
- cliffhanger -

Werbung

best of 2007



mousse :

3 Eigelb
3 Eiweiß
500 ml Sahne
3 EL Puderzucker
1 Prise Salz
Cognac
5 g Gelatine
200 g Valrhona

gelée :

250 ml Apfelsaft
250 g Zucker
20 g Thaibasilikum
1 Tl Aunt Marys

voilà .... !
- cliffhanger -

@ Sandro :

For the forthcoming christmasdinner :

-Trommelwirbel-

The secret ingredient is : ........... Gitzi !



Mutter rührte sich nicht als ich die Kammer wieder berat, doch ihre Züge hatten sich enspannt und die Bewusstlosigkeit war einem tiefen Schlaf gewichen. Scappi trat leise hinter mir ein und bracht eine Karraffe mit Wasser und einen kleinen Krug, stellte sie neben das Bett und flüsterte leise : " S'ist nochmal gut gegangen, wenn sie erwacht wird sie Durst haben, Komm, wir können jetzt nur noch warten !"
In Scappis Stube fragte er mich nach den Neuigkeiten die ich von meinem Vater erhalten hatte. Wortlos reichte ich ihm die Notiz und den Brief. Er holte sich seine Gläser und rückte den Lehnstuhl zum Tisch und schob die Kerze noch näher zu sich heran, sein Augenlicht schwand von Tag zu Tag und er hatte sich schon oft gefragt wann die Zeit gekommen sei und er das Dämmern des Tages nicht mehr sehen werde.
" Der alte Stenz, hat er schon wieder ein Frauenzimmer beehrt." Schmunzelnd reichte er mir den Brief. " es ist besser wenn deine Mutter davon nichts erfährt..., was sind deine Pläne Fritz ?"
" Ich weiss es nicht, ich will Mutter beistehen und es zieht mich nicht in die Ferne, auch vermisse ich Gloria."
Beim Namen meiner Geliebten schaute er auf und sah mich mit prüfendem Blick lange an. "Mit einer Frau teilt man das Leid, dass man ohne sie gar nicht erst hätte, denke daran bevor du dich bindest und jetzt geh und suche Sie, und hör auf zu grübeln, morgen sprechen wir nocheimal miteinander. Du wirst sehen das du dir um deine Mutter keine Sorgen machen musst."
Paris im jahre des Herrn 1648
Mein lieber Fritz, ich hoffe du und dein Mutter sind wohlauf.

Viel Zeit ist durchs Land gezogen
seit du meine Stimme das letzte mal vernommen hast.

Doch die Wirren des Krieges in Württemberg
machten mir das Schreiben unmöglich.

zunächst war ich im Schlosse zu Sigmaringen als Couvreur und Zimmermann beschäftigt, alsbald marodierten die Schweden das Gebiet worauf ich durch die Linien der Bayern mich zur Feste Hohenzollern zurückzog um dort am westlichen Burggang mitzuarbeiten. Der Sekretär des Markgrafen zu Baden bat mich ihm nach Baden Baden zu folgen wo sein Herr der Markgraf Wilhelm sein neues Schloss bauen liess.
Eine der Frauenzimmer dort am Hofe hatte mich so in Ihren Bann gezogen dass ich Ihr einen Sohn schenkte, wohl auch durch den Umstand seine Lieblingsmätresse geschwängert zu haben expedierte mich der Markgraf und ich folgte einem der Berater des Markgrafs einem jungen Gelehrten namens
Claude Perrault. Meine liebe Frau verstarb auf der langen schweren Reise nach Paris und so langte ich allein mit dem Balg in Paris an. Gottlob Perrault ist ein umsichtiger Mann und nahm sich des Kindes an und gab ihn einem gewissen Jean Heverat in Obhut, einem guten Freund seiner Familie.
Ich bitte Dich zu uns nach Paris zu kommen.
Dein Vater
- cliffhanger -

Werbung
Aufgrund der derzeitig doch sehr nebligen Situation musste der Ursprüngliche Inhalt gelöscht werden...!
Ein tiefes, sonores Brummen, das jede Faser des Raumes und meines Körpers durchdringen zu schien, weckte mich. Desorientiert fand ich mich im Sessel am Fenster der kleinen Kammer Scappis wieder, unter der Türschwelle des geheimen Raumes waberte blaues pulsierendes Licht hervor welche sogar die kleinen Wollknäuel, in den von der Jähzornigen vergessenen Winkeln, unter dem Bett anzog, die wie von Geisterhand bewegt in kleinen blauen Spalt unter der Tür gezogen wurden und dort verschwanden.
Ich wollte mich erheben, aber es war so als ob eine schwere Last auf mir lastete und ich konnte mich nicht zur Tür begeben um nachzuschauen was dort vorsich ging.
Das Brummen schwoll zu einem ohrenbetäubenden Tosen an und verstummte plötzlich, die Last war von mir genommen und ich erhob mich und öffnete die Tür.
Meine Mutter lag wie zuvor bewusstloss auf dem Steintisch, Scappi hatte die Gegenstände aus der kleinen Lederttasche auf dem anderen Tisch ausgebreitet und war dabei in einem seiner Bücher etwas zu notieren.
Das gab mir die Zeit die Gegenstände genauer zu betrachten die ich der Zarewna abgenommen hatte. Da war eine gebundene Rolle wie die Landkarte die mir Josef bei meinem Abschied im Hospiz gegeben hatte, ein kleines wohl aus güldenem Metall gefertigtes kleiner Tubus in einem Ledermantel, ein Chronometer in achteckiger Form so klein ich bis dahin keine andere Uhr gesehen hatte und andere Kleinigkeiten die wie bunte Glassteine oder kleine Skulpturen aussahen.
Meine Mutter rührte sich nicht, "Hast du ihr helfen können, Antonius ?", fragte ich bange. "Die Zeit war kurz aber sie wird sich erholen" antwortete er, " Sie wird noch einige Zeit schlafen aufgrund der Essenzen die ich ihr verabreicht habe, aber ich glaube es war noch nicht zu spät."
Wir trugen sie zusammen in ihre Kammer und deckten sie zu.
" Was,...?" wollte ich Scappi fragen doch er schnitt mich im Wort ab und Führte mich in sein Arbeitszimmer: "Ich muss dir einiges erklären, doch zunächst musst du diese Nachricht hier lesen !" Er gab mir einen kleinen, augenscheinlich weitgereisten, Brief und eine Nachricht von Gasparini. Zunächst las ich die kurze Nachricht von Gasparini :
" Ich habe Wichtige Neuigkeiten für dich Vatel und einen Auftrag. Soeben habe ich auch diesen Brief der an dich gerichtet war erhalten. Melde dich sobald als möglich bei mir und richte dem alten Antonius Grüsse aus."
Der kleine Brief den ich nun öffnete war von meinem Vater.
- cliffhanger -

Werbung
And the Oscar goes to...
"Reisende soll man nicht aufhalten." grinste Descartes und verabschiedete sich, Pater Josef langte hinter sich und zog eine in Leder gebundene Landkarte hervor und gab sie mir. "Du wirst sie brauchen auf deiner Reise..." Verwundert erwiederte ich : "Ich kenne den Weg zurück sehr wohl, verzeiht, aber ich glaube ich finde den Weg auch ohne Karte zurück zu Scappi."
"Die Reise führt dich weiter als du denkst Watel, brich sofort auf du musst im Morgengrauen in Bottigen sein." Er zog eine Feder aus dem Schreibkasten und verfasste einen kurzen Brief an Antonius den er in einen Umschlag legte und seltsamerweise mit etwas Siegellack und dem Abdruck seines Siegelrings verschloss.
Nach gut einer Wegstunde erreichte ich den kleinen See bei Handegg und stieg weiter nach Guttannen ab, da der Weg nun leichter wurde vergrösserte ich meine Schritte und legte ein solches Tempo vor das ich, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen überhaupt die Gipfel im Osten streiften, die Wiesen im Grund vor Bottigen erreichte.
Im Office klopfte ich erst gar nicht an und nahm direkt die Treppe hinauf zu Scappi der über seinem Schreibpult eingeschlafen war, ich weckte ihn vorsichtig und machte im kleinen Ofen ein Feuer um etwas Wasser zu kochen um mir einen kleinen Aufguss aus Blättern zu bereiten, die ich von einem Händler, der aus dem fernen Osten einmal zu uns gelangt war, erstanden hatte.
Ich legte die Ledertasche auf Scappis Pult und schaute erst einmal nach dem Befinden meiner Mutter, die wie ich sie vorgestern zurückgelassen hatte immer noch in der geheimen Kammer auf dem Steintisch lag. Scappi hatte sie mit einer warmen Decke zugedeckt und ihr eine Rolle aus einem alten Mantel unter den Kopf geschoben, sie schlief und rührte sich nicht.
Scappi trat von hinten an mich heran legte mir die Hand tröstend auf meine Schulter :" Setz dich und ruh dich aus du kannst hier erstmal nichts tun, ich habe deinen Chai aufgegossen."
"Chai, Was ist das ?" " Das Getränk stammt aus dem Morgenland wo er Chai genannt wird, setz dich jetzt !"
Ich machte mir es ihm Lehnstuhl bequem und nahm einen Schluck von dem Aufguss...Chai , seltsam fernöstlich aber köstlich, und es half einem wach zu bleiben dachte ich, und war schon eingeschlafen.
- cliffhanger -

Werbung
Das Ende jeder Küchenkarriere....!
Eintretend in die dunkle Kammer sah ich zunächst nur Pater Josef an seinem Tisch, auf dem ein kleines wundersames blaues Talgkicht stand. Doch er tadelte jemanden in der Ecke des Raumes den ich vom Eingang der Kammer nicht erkennen konnte. "Lass das Geschwätz, René, wir Reisenden sind zur Stillschweigenheit verpflichtet, doch manchmal wäre es besser wir wären stumm geboren." in der Ecke räusperte sich jemand, ich trat näher und... erkannte den Gelehrten Descartes.
"Setz dich Watel, du musst so schnell wie möglich hinunter zu Antonius, er benötigt dringend die Dinge die du der Zarewna abgenommen hast um deiner Mutter zu helfen."
"Wer ist die Zarewna ?"
Descartes und der Pater tauschten besorgte Blicke. "Das wirst du noch früh genug erfahren, die Jähzornige hört auch auf den Namen Zarewna. Ich gebe dir ein Schreiben an Antonius mit er wird dich alles weitere wissen lassen."
Wenig später erschien das Gefolge auf dem Hof und der Sergeant gesellte sich zu mir und forderte mich auf ihm das gesuchte Weibsbild zu zeigen, am Ende der Gruppe betrat sie den Hof und wurde von zwei Corporalen sofort zur Seite geführt. Wie es Ihre Art war begann sie sofort zu kreischen und zu zetern auf das der ganze Hof aufmerksam wurde und uns umringte. Unter den Augen des Capitains durfte ich Ihr Gepäck untersuchen und fand alsbald eine wohlfein gearbeitete Ledertasche dessen Inhalt so gar nicht zu dem "armen alten Weiblein" passte.
Ich hatte von Scappi eine Auflistung der Dinge die ihm geraubt worden waren erhalten, mit der Warnung die Inhalte der Gegenstände anderen nicht zu zeigen. So ging ich gemeinsam mit dem Capitain die Täschchen und Behältnisse durch ohne sie genauer zu untersuchen, geschweige denn zu öffnen, die Lederriemen der Börse öffnete ich, denn meinem Gönner Scappi war auch eine nicht zu verachtende Menge an Golddukaten und Habsburger Talern entwendet worden. Das Geschrei der Jähzornigen wurde immer schlimmer, bis die Corporale sie im, jetzt Ende des Winters leerstehenden, Koben einschlossen. Bis auf wenige Batzen war alles unversehrt und so begab ich mich mit den Sergeant hinein um das Protokoll aufzusetzen, das nötig war um die Jähzornige der Gerichtsbarkeit in Unterwasser zuzuführen.
Es war Abend geworden bis wir die Formalitäten erledigt hatten und drüben aus dem Koben ertönte nur noch selten das tollwütige Geschrei der Frau.
Am Abend sassen wir zusammen und ich lernte den Gelehrten Descartes kennen, dem zunächst gar nicht wohl war ihn beim wahren Namen zu kennen, doch als der Name Scappi fiel erheiterte sich sein Gesicht, "Ich hab ihn später einmal bei Kepler kennengelernt, wo er uns beim Kartenspiel allesamt besch..eiden besiegte," er dämpfte die Stimme," in Gegenwart der päpstlichen sollte man so was wohl nicht erwähnen." er zwinkerte mir zu und rief die Magd, die mich so sehr an Gloria erinnerte, herbei uns noch mehr von diesem vorzüglichen Sherry aus Andalusien zu bringen die der Abt heimlich in seinem Keller gelagert hatte.
Der Sherry hatte Descartes Zunge gelöst und er erzählte uns von den rauschenden Festen am französischen Hof dem er nun leider den Rücken kehren musste. Die prachtvollen Gewänder das aufwändige Zeremoniell und die Tafel die unter der Last und Pracht der Speisen schier zussammenzubrechen schienen. Auch liess er das Weibsvolk nicht aus, den so frivol wie ich Gloria kennengelernt hatte, liessen sich in Paris selbst die niedrigsten Mägde gehen.
Viel später wieder einmal berauscht vom Sherry, den Geschichten und dem bunten Leben, schwankte ich die Stufen zu meiner Kammer empor als ich in Josefs Kammer noch Licht sah, ich überlegte still vor der Tür ob ich eintreten sollte, als schon Josefs Stimme erklang :
"Komm rein Watel und setz dich, ich möchte hören was geschehen ist."

In der kleinen Bibliothek fanden sich auch die Reiseberichte der Padres, einer von Ihnen beschrieb seine Reise zur Universität von Trier auf der er durch die Ländereien nördlich des Rheinfalls, entlang der Höhenzüge des Schwarzwald und des Neckars gezogen war, ich machte mir einige Notizen da ich in der vergangen Nacht beschlossen hatte mich auf die Spuren meines Vaters zu begeben.
Ich stöberte noch ein wenig in den Berichten als ich in den frühen Mittagsstunden einiger Reiter unten im Boden gewahr wurde. Es war die Vorhut der Schweizer Garde die den hohen Altieri begleitete.
Ich suchte Pater Josef auf und bat ihn dem Abt von meinem Anliegen zu erzählen, auf das dieser die Gardisten um Hilfe bitten konnte. Wir hatten kaum dem Abt berichtet als im Hof ein Sergeant und ein Capitain eintrafen. Der Abt liess den jungen Novizen gleich hinunterlaufen um den Capitain zu sich zu bitten.
Der Anführer der Gardisten bestätigte das sie in Meiringen ein Frauenzimmer um Hilfe gebeten hätte Sie bis über den Pass hinunter zu begleiten, wohl sagte Sie, Ihre Familie in Unterwasser besuchen zu wollen doch sei Ihr der Weg als arme alte Frau zu beschwerlich.
"Ich hatte gleich meine Zweifel," meinte der Sergeant ,
"für eine arme Alte war sie zu wohlgenährt und zu sauber." der Capitain strafte ihn kurz mit seinem Blick, "Wir werden Sie geziemlich empfangen." Der Abt bat mich die zwei Gardisten in die Küche zu führen um sich ein wenig zu stärken, während ich ungeduldig im Hof die Ankunft der anderen erwartete und den Knechten beim Versorgen der Gäule zusah.
Die wohlbekannten Gerüche aus der Küche weckten mich am frühen Morgen und zogen mich gleichwohl magisch in die Küche in der ich viele Stunden meiner Mutter beim Zubereiten der Speisen zugesehen hatte.
Auf dem Weg hinunter warf ich ein Blick hinaus auf den Hof, aber ich konnte im halbdunkel noch nichts erspähen, so nahm ich, auf dem kleinen Schemel sitzend, ein kleines Zmorgen zu mir. Wartend begab ich mich wenig später in das Lesezimmer, dessen Fenster gen Räterichboden zeigte.
- cliffhanger -

Werbung
Das Kochbuch wird sich etwa 30 Jahre lang auf den Bestsellerlisten finden...
... bis es keine Leser mehr gibt !
Bis zum Abend war von den Reisenden keiner hier am Hospiz erschienen, so führte ich Josef hinunter zum Speisesaal um gemeinsam mit den Padres ein mir wohlbekanntes Abendbrot zu uns zu nehmen, zur vortrefflichen Suppe reichte man uns geriebenen Chas, frisches Brot und einen kräftigen Roten aus Cortaccia in Penon.
Bis tief in der Nacht sassen wir an den groben Holztischen, bis uns der Abt zur Nachtruhe gemahnte.


Am Tisch vor dem Fenster sass Pater Josef,
"Komm herein Watel und setz dich zu mir" Sagte er, ohne sich auch nur umzusehen, ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich zu ihm.
Seine Augen starrten blind und milchig aus seinem eingefallenen Gesicht zum Fenster hinaus.
"Wie hast du mich erkannt." fragte ich. "Deine Stimme hat dich verraten, schon unten auf der Treppe hab ich dich gehört, du hast dieselbe Sehnsucht in der Stimme wie dein Vater."
Mein Vater der immer das Abenteuer gesucht hatte und jetzt im Norden in deutschen Landen verschollen war, schon seit Jahren hatten wir nichts mehr von ihm gehört.
"Was weisst du von ihm , Josef ?" "Er war immer gut zu euch, doch es fehlte das Geld euch zu ernähren also begab er sich ins Würtembergische um sich dort als Taglöhner zu verdingen, er hat euch immer Geld geschickt, doch seit fünf Jahren hörte deine Mutter nichts mehr von ihm, alle Nachforschungen blieben ergebnislos und der Krieg hat jeden Kontakt zu ihm unterbrochen."
"Der Krieg ist doch zu Ende." So glaubte ich Scappi einmal sagen gehört zu haben als er mit Reisenden sprach. " Ja der Krieg ist zu Ende doch die Ländereien, deren Besitzer und Bewohner sind in alle Winde verstreut und so ist es schwierig geworden Nachrichten zu erhalten und nach Vermissten zu suchen."
"Wo war mein Vater als man zuletzt Nachricht von ihm erhalten hat, Josef ?"
Ich glaube er war im Hohenzollerischen in einer Burg angestellt." "Kannst du mir erklären wo ich diesen Ort finde ?"
"Ich sehe nicht mehr doch kann ich dir von einem guten Freund, der sich mit der Vermessung der Ländereien beschäftigt und ein Bild unserer Welt erschaffen will, eine Karte geben."
Josef holte aus dem Regal eine Pergamentolle mit einer Darstellung der Schweizer Ländereien und rollte sie auf dem Tisch aus, zunächst wusste ich nichts damit anzufangen bis mir Josef erklärte das es das Bild des Vogels sei der über das Land fliegt.
Oben war der Norden, der Bodensee und weiter nördlich das Würtemberg wo mein Vater verschwunden war, unten die Gletscher des Aletsch und auch der Grimsel an die sich weiter südlich das Land der Päpste anschloss, im Osten zu rechter Hand das Montafon und die Habsburger Österreichische Republik und im Westen der Genfer See und das französische Kaiserreich.
In mir erwachte das Verlangen meinem Vater zu begegnen, vielleicht war er in Schwierigkeiten durch die Wirren des Krieges geraten und ich musste ihm helfen.
Doch zunächst musste ich mich um das geraubte Eigentum von Antonius kümmern, ich erzählte Josef wie die Jähzornige meine Mutter die Treppe hinuntergestossen hatte, Cappi beraubt und sich dann der Gruppe Reisender hierherauf angeschlossen hatte.
- cliffhanger -

WerbungIch bin zu alt...leider fühl ich mich grad auch so !


Kurze Zeit später passierte ich eine Rinne in der erst vor kurzem, wie ich an den frisch gebrocheneb Enden der Latschen und Alpenrosen erkennen konnte, eine riesige Lawine ihren Weg ins Tal gebahnt hatte, sie musste bis zur Talsohle gelangt sein den unten im Tal unterhalb von Handegg hatte sich vom den Wasser der Aare ein See gebildet, ich querte die Rinne und gelangte oberhalb wieder auf den Weg hinauf zum Grimsel.
In den ersten Sonnenstrahlen die über dem Schoibhoren hinweg den Talboden erreichten sah ich oben in der Ferne bereits das Joch. Ich durchquerte den Räterichboden und langte zur Mittagszeit am Hospiz an.
Ich betrat das Hospiz wo ich von einem jungen Pater begrüsst wurde, ich fragte ihn gleich nach Pater Josef den ich noch von den Sommern die ich in meiner Kindheit hierdroben verbrachte kannte.
"Pater Josef ?, der ist droben in seiner Kammer, ich zeig dir den Weg" Ich folgte dem Jungen und fragte ihn ob eine Gruppe Reisender, unter ihnen ein Engländer, hier durchgekommen sei. "Seit die Lawine unten am Handegg niedergegangen ist bist du der erste der aus dem Aaretal zu uns hochgekommen ist, ist denn der Weg von Guttannen nach Handegg wieder frei ?"
Erleichtert erklärte ich ihm das ich auf den Saumpfaden hierherauf gelangt sei, ich hatte sie eingeholt, ich konnte also in Ruhe hieroben auf sie warten und meinem alten Freund und Lehrer einen Besuch abstatten.
Auf meinem Weg hinaus auf den Weg zum Grimsel verschaffte mir die kalte Nachtluft wenigstens einigermassen einen klaren Kopf, was ich gesehen, oder besser wie Antonius mir befohlen hatte, nicht gesehen hatte verwirrte mich. Das meine Mutter ihrem Zauber und dem Heilen mit Kräutern verschrieben war war ich gewöhnt, Scappis wissenschaftliche Arbeit in seiner Apotheke und seinem Office hatte ich immer bewundert, doch das was ich nun erlebt hatte lies sich noch nicht in mein damaliges Weltbild einordnen.
Ich wusste das viele der magischen Handlungen die meine Mutter vor den Kranken vollführte nicht der Heilung dienten, sie stützte sich auf die Heilung durch uraltes Wissen um die Wirkung von Kräutern und ihren Zubereitungen, die Zaubereien nutzte sie nur um die Leute zu beeindrucken und sich vor Nachahmern zu schützen.
Waren diese Kunststückchen bei Unwissenden äusserst wirkungsvoll, übertraf das von Scappi alles was ich zuvor gesehen hatte.
Ich zweigte vom Weg ab und nahm die Saumpfade unterhalb vom Bänzlaui und erinnerte mich an den Sturm der uns damals gezwungen hatte diesen Weg hinab nach Meiringen zu nehmen. Schnell gewann ich an Höhe und war bald oberhalb der Baumgrenze angelangt und sah unter mir im ersten Morgenlicht Guttannen liegen, doch ich hatte keine Zeit zu verweilen und beeilte mich auf den Saumpfaden weiter aufwärts.
"Das verdammte Frauenzimmer", Antonius meinte die Jähzornige, "hat auch meine Uhr mitgenommen, was deiner Mutter vieles erleichtern würde." grummelte er.
Nachdem er sie auf dem Tisch ausgerichtet hatte nahm er eine Kasten mit rotem Samt überzogen und führte ihn vom Kopf meiner Mutter in einer geraden Linie bis zu Ihren Füssen.
Er entnahm dem Kasten einen regenbogenfarben schillernden Stein und begab sich in sein Arbeitszimmer um sich im Lehnstuhl zu setzen.
Er presste den Stein an seine Stirm und ein Gespinst von blauen Fäden umfing seinen Kopf währen ein leises Brummen zu hören war.
Stirnrunzelnd wandte er sich an mich : "Ich kann ihr nicht helfen, wenn ich doch meine Uhr hätte so wüsste ich was zu tun sei..." er verstummte;
"Wo finde ich das Weib." fragte ich ihn unvermittelt und beugte mich über meine Mutter um ihr die Tränen die jetzt wie kleine Rinnsale über ihre Wangen liefen abzutrocknen.
"Sie hat sich wohl den Reisenden gen Grimselpass angeschlossen.". "War ein Engländer unter ihnen ?" fragte ich.
Scappi bejahte " Doch sind sie schon gestern im Morgenrot weiter gezogen, du wirst sie nicht mehr einholen..."
"Ich kenne den Weg besser als kein anderer, wie oft hat mich Mutter desnächtens hinab zu dir geschickt ?"
In der Küche steckte ich noch einen halben Laib Brot und und ein saiten Speck in die Tasche, am Brunnen vor dem Haus füllte ich meine Trinkgefäss und folgte dem Weib.
Wir hatten Mutter in ein viel zu grosses Nachthemd von Antonius gekleidet und ich trug sie zur Treppe ins Office hinab als Antonius rief ich solle hinüber in sen Arbeitszimmer kommen.
"Soll ich sie etwa auf den Tisch legen ?" aber er war schon an einem seiner Bücherregael zu Gange, stieg auf einen kleinen Schemel, und als er in der zweiten Reihe von oben ein Buch hervorzog, schnurrte das Regal wie eine Katze, schob sich von selbst zur Seite und liess den Blick auf ein weiteres Zimmer frei das mir früher nie aufgefallen war.
In der Mitte war etwas das wohl ein Tisch war, doch massiv und ohne Füsse. "Leg sie hier ab ."Als ich Sie ablegte merkte ich das die Oberfläche des Tisches sich kühl wie Stein anfühlte und doch aufs feinste poliert war.
Sonst befand sich ausser einem weiteren Steintisch, auf dem sich sltsame gläserne Gefässe und einem Regal mit vielen Reagenzen wie ich sie im Office bei ihm schon gesehen hatte, nichts weiter in diesem Raum, keine Fenster noch irgendwelches anderes Mobiliar, die Wände und sogar der Boden jedoch waren mt demselben Metall überzogen wie die grosse Würzepfanne im Brauhaus.
Nach kaum einer Wegstunde erreichte ich Bottigen in tiefster Dunkelheit und klopfte an Scappis Haustür.
Er öffnete mir, ich fuhr erschrocken zurück, er war, seit ich ihn vor nur 5 Monaten gesehen hatte, um Jahrzehnte gealtert.
Er zog mich herein und murmelte: "Wir müssen handeln ! Und alles was du von nun an siehst, vergisst du lieber gleich..."
Ich folgte ihm die steile Stiege, die meine Mutter hinuntergestürzt war hinauf umd folgte Ihm in die kleine Kammer am Ende des Flurs. Im fahlen Schein eines kleinen seltsam blauen Talglichts unter einer gläsernen Haube, lag Sie, und rührte sich nicht einmal als wir die Kammer betraten, in Ihren jedoch geöffneten Augen sah ich einen Schimmer glitzern.
Als ich näher an Sie heranrückte und mich aufs Bett setzte sah ich wie eine Träne über die Wange hinablief.
"Wir müssen Sie zunächst waschen und und in mein Labor bringen, ich kann Sie nicht mehr heben also musst du Sie vorbereiten."
"Was hat Sie, willst du Sie
badern ?" fragte ich den Weisshaarigen.
"Meinst du ich will Sie vollends hinüberbefördern ? Ich bin keiner von denen Die nicht wissen was Sie tun, geschweige den auch nur wenig Ahnung von den Künsten des Weisen von Kos wie
Theophrastus besitzen, der sich, seit ich ihm eine Übersetzung des griechischem zukommen liess, aufführt als habe er die Weisheit der Heilung mit Löffeln zu sich genommen."
Verständnisslos blickte ich ihn an.
Das Gefühl das mich nach Meiringen zog war wohl mit einer schlimmen Vorahnung verbunden , denn kaum zwei Tage später erreichten mich abends schlimme Nachrichten von Scappi, meiner Mutter war ein böses Unglück wiederfahren.
Im Streit mit der jähzornigen Haushälterin wurde Sie von Ihr die Stiegen hinunter zur Gasse gestossen wo Sie regungslos liegenblieb. So fand Sie Scappi als er von seinen Besorgungen zurückkehrte, sie musste dort wohl den halben Tag gelegen haben war am Körper ganz kalt und nicht mehr ansprechbar.
Scappi eilte, so gut es mit seinen alten Knochen eben ging, in seine Stube um die jähzornige zu Hilfe zu holen , doch Sie war verschwunden.
Mithilfe der Nachbarn schafften Sie Mutter in ihr Bett in der kleinen Kammer neben der Küche die Sie mit der Haushälterin teilte , auch die wenigen Habseligkeiten meiner Mutter waren verschwunden.
Noch in der Nacht brach ich auf, meiner Mutter und Scappi zu Hilfe zu eilen.
Vergnügt wie ein junger Stenz verliess Gasparini kurze Zeit später die Küche und hiess mich an den Tag über nach dem rechten zu sehen und ihn an seiner Statt zu verteten.
So schlug ich im Folianten eine neue Seite auf, notierte den Tag des Herrn und begann das Tagesgeschäft einzutragen und die anfallenden Arbeiten zu verteilen, währen die ersten Mägde und Köche zu ihrem Tagwerk erschienen.
Wir hatten den ehrwürdigen Vater des späteren Papstes Emilio Altieri und sein Gefolge zu bewirten , hoch angesehene Gelehrte des Vatikans die auf der Rückreise von Münster, wo sie ein Friedensabkommen der Spanier mit den Niederländern abgeschlossen hatten, in Ihrem Gefolge ein angesehener Philosoph namens Descartes auf dem Weg nach Rom.
Die Gefolgschaft wurde in den unteren Räumen des Hospiz mit einfachen Speisen bedient währen es den Herrschaften im Lüstersaal an nichts fehlte, es waren aus den umliegenden Dörfern Hasen und Hühner herbeigeschaft worden, ein Reh geschossen und aus dem See Felchen und Forellen der Bergbäche gefangen, die nun gemeinsam angerichtet ganz ansehliche Platten hergaben.
Die Reisegesellschaft um Altieri verweilten noch einigeTage, und alsbald der Weg über den Grimselpass wieder gangbar war brachen Sie auf.
Wehmütig sah ich Sie Aufbrechen, den Ihr Weg führte Sie nach Bottigen zu meinem guten Freund Scappi und meiner Mutter.


Gasparini war am vergangen Abend länger geblieben um noch einige Krepfelin für die Kinder seiner Haushälterin zu backen, morgen war der Epiphaniastag an dem er immer die Kinder mit süssen Kleinigkeiten beschenkte.
Er hatte Eischnee geschlagen um den Teig zu heben und als er diesen unter den Teig hob tropfte ihm ein wenig auf den Rand des Pianos ,als er später Ordnung schafte entdeckte er das der Schnee getrocknet war, und nun eine knusprige und luftige Konsistenz hatte.
Gasparini war trotz seines Alters immer noch Kind geblieben , vielleicht erklärte dies auch seine grosse Liebe zur Zuckerbäckerei, und so begann er sogleich neugierig mit dem Eischnee zu experementieren. So in sene Arbeit vertieft das er wohl die Zeit vergass und bis zum frühen Morgen dann unter der Zugabe von geläutertem Zucker diese kleinen Kekse hergestellt hatte.
Ich erinnere mich diese Rezept später mehrmals zu Verführung junger Damen verwendet zu haben, unter anderem am französischen Hof und später noch einmal in St. Petersburg.
Meine Tränen waren kaum getrocknet als ich durch das laute Geschrei und Gezanke der Waschweiber unsanft wieder geweckt wurde, sie waren heute wohl besonders in Fahrt, der Boden meiner Stube erbebte wenn sie mit Ihren Zubern herumpolterten, und sich ausgiebig um den ersten Eimer warmen Wasser zankten.
Verunsichert von meinen Gefühlen letzte Nacht fand ich nun keinen Schlaf mehr und brach denn zur Arbeit auf. Ich wähnte heute Morgen der Erste zu sein der in der Küche erschien doch ich fand Gasparini eifrig über seinen Folianten gebeugt, er begrüsste mich freudig, ja geradezu erregt, zog mich zum Zuckerbäckertisch und befahl mir die Augen zu schliessen und den Mund zu öffnen. Erstaunt folgte ich ihm, er schob mir ein kleines kantiges zunächst hartes Stück Etwas in den Mund, als ich es zerbiss breitete sich mit knusprigen Knirschen eine ertaunliche Süsse im Mund aus, das Etwas löste sich im Mund aus und zurückblieb eine Zuckrige Lösung die ich nun herunterschluckte. Als ich die Augen wieder öffnete grinste Gasparini mich an und zeigte mir kleine weisse Kekse die er in einer kupfernen Läuterschüssel gesammelte hatte.
"Was ist das?" fragte ich Ihn. Er lachte: "Ich weiss es nicht, aber es ist lecker..."
- cliffhanger -

Werbung
Ich machs wie Microsoft:
neuer Look, neues Feeling...

aber inhaltlich hat sich nichts geändert !
Der erste Silberstreif die Gipfel über dem Sustenpass erhellte stieg ich die Stufen zu meiner Stube alleine hinauf, Gloria war müde, nach einer unserer durchtanzten Veitsnächte ins Gesindehaus zurückgekehrt und so sass ich übermüdet an meinem kleinen Tischchen und sah dem Schauspiel des Sonnenaufgangs zu.

Alleine hier dachte ich an mein Heimatdorf, fast hatte ich die kleine Einöde da oben in Guttannen vergessen, doch in stillen Momenten fühlte ich einen Schmerz der mich zu Tränen rührte, nicht meine Mutter war es derer ich gedachte sondern die liebliche Stille im ersten Morgengrauen über dem Haslital oder die purpurnen Abendstimmungen eingefasst von den erzschwarzen Silhouetten der mächtigen Berge ringsum.

Um meinen Schmerz zu lindern, denn auch die Kurzweil die mir mit Gloria zurteilkam, half mir nicht über dieses Gefühl hinweg so dass ich einen Brief an meine Mutter und unseren Wohltäter Scappi verfasste.

......So da zieh ich nun seit fast einem Jahre durch die Lande von Süd nach Ost dann von Nord nach West und wieder zurueck...

Sehe Menschen und Neues, Bekanntes und Fremdes, habe Hochs und Tiefs und dann bekomm ich mitten drin Heimweh ?

Ein ungutes Gefühl, das mich übermant und bisher eigentlich fremd war,
Ich merk langsam das dies meine doch immer sehr sprudelnde berufliche Kreativitaet beeinflusst und das ist ja dann bekanntermassen nicht gut fürs Geschäft.
Ich mein, mir gehts nicht schlecht, eigentlich gings mir nie so gut,

ich bin der bekannteste chef in unserer Stadt, wurde noch nie von sovielen reichen, wunderschönen Frauen umschwärmt, kann es in meinem Alter als Koch den besser sein ?

Doch Sex bringt keine Befriedigung, Geld kein Gefühl von Sicherheit, Macht und Ansehen kein Selbstwertgefühl..... ist es nicht viel zu früh um diese Erkenntnis zu erlangen?

Euer Vatel

(Aus : " Bruder San " Tagebuch eines Chefs 2006 )

Am frühen Abend brachen wir auf, um nach Meiringen im Schutze der Dunkelheit zurückzukehren.
Die ersten herbstlichen Nebelschwaden lagen schon im Talboden der Aare als wir im Schein der ersten Strasenlaternen Meiringen erreichten.
Als wir am Brauhaus vorbeizogen hörten wir wie die Musik zur Polka aufspielte, Gloria zog mich an sich heran drückte mir einen heissen Kuss auf meine Lippen und obgleich wir doch recht ermüdet von unserem kleinen Ausfluge waren zog sie mich zum Tanzboden hinauf.
Gloria s Augen leuchteten im Glanz der vielen Kerzen im Lüster über dem Tanzboden, mal aufs mal drängte sie mich weiter zu tanzen, sie begab sich einjedesmal wenn wir tanzen waren in Gefahr denn nicht jeder fand wohlgefallen an ihrer wilden üngetümen Lust.
Oft war sie gewarnt worden , denn die Schergen der Blutsgerichtsbarkeit fanden immer wieder ihre Opfer.
Hilfe !
Nachdem Veronique mich nun endgültig enttarnt hat kann ich mich nun auch mit meinem wahren Gesicht zeigen :

Have fun and think about a diet ! ( oder was macht der Mann mit den Tomaten )
- cliffhanger -

Werbung




Nachdem wir uns beim Senn bedankt und er uns noch etwas Proviant für unseren Rückweg zukommen liess stiegen im Morgenlicht hinab zum Ufer des Sees um zu baden und unsere Wäsch zu machen und wurden nackt wie Gott uns schuf von einem Fischer gestört.
Schnell packten wir unsere Sachen, zogen uns auf eine Lichtung im jungen Laubwald am Ufer zurück. Gloria legte unsere Kleidung und sich selbst zum trocknen in die Sonne während ich nach Beeren im Unterholz suchte.
Im Unterholz sammelte ich Blaubeeren, am Rand des Waldes zu waren die ersten Brombeeren zu finden, auf einer brachen Weide fand ich Sauerampfer, Postillein und Schnittlauch und so kehrte ich mit einem prall gefüllten Korb, den ich mir aus jungen Weiden am Bachlauf oberhalb geflochten hatte zu Lichtung zurück, Gloria hatte ein kleines Feuer entzündet um die Eier die der Senn uns geschenkt hatte in der Asche zu garen.
Chas, die Ascheier, das wunderbar frische Brot vom Senn und meine gesammelten Beeren und einen kleinen Salat meiner Kräuter breiteten wir auf Glorias Unterrock aus und tranken frisches Bergwasser aus einem der Quell die den Brienzer See speisten, und hatten so, lange vor den Franzosen, die den Ursprung der Esskultur heute noch für sich beanspruchen, das Picknick erfunden.

Im Abendrot erreichten wir die Alp wo die Melker gerade das Vieh zum Melken zusammentrieben und uns der Senn begrüsste. Er lud uns ein mit den Hirten zu speisen und servierte uns Magronen, einen kräftigen Roten und frisches Brot, wir verbrachten die Nacht im Heu und genossen zusammen die Stille der Nacht die wohl nur von Glorias Glückseligkeit gestört wurde.

Axalper Magronen
Müde und erschöpft von den Anstrengungen der letzten Tage gab uns Gasparini ein paar Tage frei und so genossen wir unser noch so junges Glück und wollten Glorias Stiefschwester in Brienz besuchen.
Auf dem Weg begegneten uns Landsknechte die uns warnten weiter zu wandern da der Berner Hauptmann Dübelbeiss die Gegend marodierte die Wehrfähigen von Brienz und Hasli zu mustern, um für den späteren Bauernkrieg der Einigkeit der schweizerischen Kantone Gefolge um sich zu scharen.
Also gaben wir unser Vorhaben auf und hielten uns am Südufer der Aare und wandertern ein Stück am See entlang um dann die Matten zur Axalp zu erklimmen wo der Küchenchef seinen Chas holte.
- cliffhanger -

Werbung




Danke, Danke, Danke...!

Am nächsten Morgen volltrunken des Glücks das mir mit Gloria wiederfahren war und leichtrunken aufgrund der Reste der Mengen des Weins der letzten Nacht erschienen wir zusammen im Offizin des Gasparini.
Er kündigte hohen Besuch an, eine Lady aus Cromwells Gefolge wollte ihm die Ehre erweisen und ihn besuchen.
Es erschienen zunächst ihre Lakaien mit weiss gepuderten Perücken und prachtvollen Gewändern gefolgt von der Lady und ihren Zofen. Gasparini und die Lady parlierten eine Weile wohl in Englischer Sprache derer ich nicht mächtig war.
Später durfte ich für ihn die Übersetzung eines Rezeptes in seinen Folianten niederschreiben.

What we serve for pud on a St.Georges Day:

A Fregesey of Egges.

Beat a dozen of Egs with Creame,
Sugar, Nutmeg, Mace, Rosewater,
and a Pomewater cut ouerthwart
in slices: put them into the
Frying-pan with sweet Butter,
and
the Apples first: when they be almost
enough take them up,
and cleanse your
Pan:
put in sweet Butter, and make
it hot:
put in halfe the Egges and

Creame at one time: stirre it with a
Sawcer, or such a thing. Take it out,
and put it in a Dish,
put in the rest of the Egges and Creame,
like the former,

and then put in your Apples round
about the batter. Then cast on the other
side on the top of it, and keepe it from
burning with sweet Butter.
When it
is fryed on both sides enough
wring
on the juyce of an Orenge,
and serve
it in.

You my decorate this with Orenge Chips.

Take some fresh Orenges
and pare them very thin.
Boil them in several Water
till they are tender,
and have lost theire Bitterness ;
then put them into cold Water
for twelve Hours.
Then make a Syrup for them
in the following manner:
Take about their weight of fine Suger
powder'd, and mix it
with as much Water as it will take in,
or a little more.Boil this,
And scum it well;
then drain the Orenge-Peels from the Water
they were steep' d in,
and put them in a glaz'd earthen Vessel,
and then pour the boiling hot Syrup upon them,
letting them remain so till the Day following;
then pour the Syrup from them,
and boil it afresh,
and pour it on a second time,
and repeat the same work
till your Peels are very clear,
and the Syrup very thick;
and then dry them in a Stove,
and they will be fit for use.

Finally take som fresh sleeves of Peppermint,
you'll find it in your garden.

John Murrell: A new booke of Cookerie; London Cookerie. London 1615


Tagged with: and
- cliffhanger -

Werbung

Die Stufen schienen zu schwanken als ich zu meiner Kammer über der Wäscherei hinaufstieg, zu müde und zu betrunken vergass ich ein Hölzchen unten am Ofen zu entzünden um noch Licht zu machen, ich zog mich aus und legte mich in mein warmes Bett...warmes ?, ich drehte mich und merkte das da noch jemand bei mir lag, zu Tode erschrocken sprang ich aus dem Bett rutschte aus und schlug der Länge nach hin. Da das Zimmer nicht gerade lang war holte ich mir eine ordentliche Beule am Tisch unter dem Fenster, hinter mir gluckste es vor Vergnügen.
" Wer ist da ? " nach kurzem Kichern : " Komm, ich bin's die Gloria, ich hab lang auf dich warten müssen, aber Gasparini sagte mir schon, das ihr noch ins Brauhaus gegangen seid um euch mit den Kumpanen der Küche zu betrinken ."
Vor den Herden war es so heiss wie wohl nur im Fegefeuer der Hölle, die Küchenjungen schleppten Haufen von Brennholz herbei und schürten die Öfen bis die Platten rotglühend wurden, mit hochroten Gesichtern die Finger voll Brandblasen kochten wir uns in einen wahren Rausch.
Ein um die andere Pfanne wurde gefüllt, es wurde sautiert, gedünstet und abgeschmeckt, dann auf grossen Platten angerichtet, keiner von uns war je in den Krieg gezogen, doch hatte unsere Küche die Atmosphäre eines Schlachtfelds, man watete in blutigen Resten von Fleisch und verschütteten Speisen, jeder hatte bereits seine ersten Blessuren davongetragen doch die Kavallerie war noch nicht in Sicht, die der ganzen Szene ein kurzes gnädiges Ende bereitet hätt.
Mit einem Mal war alles vorbei, wir hatten unser Soll erfüllt und der Chef brüllte :"Es ist angerichtet, messieurs !"
Einige fielen sich in die Arme und beglückwünschten sich und suchten schon nach Resten vom Wein um ihre Arbeit gründlich zu begiessen während andere mitgenommen und müde wie verprügelte Hunde das Weite suchten.
Da noch viel Arbeit zu tun war bevor das Mahl begann bat mich ( ja er bat mich...!) der Küchenchef zu bleiben um zwei dutzend Lammkeulen zu braisieren. Ich spickte die Keulen mit Knoblauch und jungem Rosmarin, gab Schmalz in eine Kasserole und bräunte sie scharf an, als dann schmorte ich Gemüsereste die ich in der Küche fand an un karamelisierte mit Zucker. Den Wein der in der Küche zu finden war verschmähte ich und bat den Chef um einen guten Tropfen, er starrte mich verwundert an, doch schickte er einen Küchenjungen nach dem Weinkeller um einen jungen Barolo zu holen.
Nun liess er mich nicht mehr aus den Augen er beobachtete jeden Handgriff den ich tat
und kostete den jus den ich bereitet hatte. Er kniff beim probieren die Augen zusammen und schlürfte laut : "sacre dieu il est bon !..le mec."
Das Gefühl wieder am Feuer zu kochen hatte mir die letzten Tage gefehlt, der Lärm, das Feuer und der Rauch erinnerten mich an meine Zeit in Bottigen, auch wenn ich mit Wehmut an meine Zeit mit Johanna zurückdachte.
Der Chef hier war ganz anders als der grobschlächtige im Gasthaus, er war überall zugleich, gefolgt vom Küchenschreiber der all seine Anweisungen mitschrieb, schaute er auf allen Posten nach dem Rechten, er unterwies, gab Ratschlag und massregelte auch manchesmal die noch unerfahrenen Küchenjungen, doch er gebrauchte nie ein lautes oder unflätiges Wort, den alle geboten ihm Respekt und folgten genau seinen Weisungen.
Der Küchenchef bat Gasparini einige seiner Leute für die Küche abzustellen sobald er sie entbehren konnte.
Er fragte mich ob ich wüsste wie das Libum hergestellt würde, freiwohl kannte ich das Rezept seines Vaters und dessen Abwandlungen. So begab ich mich in die Hauptküche und gesellte mich zu den anderen Köchen die eher belustigt auf mich als "Zuckerbäcker" herabschauten.
Nach dem Rezept des Meister Eberhard begann ich zu arbeiten:

Wiltu machen ein meyschen kuchenn.
So nym auff zehen eyer vnd zuslach sie wol vnd
nym darzu peterlein vnd rurr es vndereinander
vnd nym einen morserr vnd secz auff ein kolenn
vnd thue dar ein einen löffel vol schmalcz
vnd laß es heyß werdenn vnd geuß die eyerr darein
vnd laß es kul pachen vnd thu es also gancz
auff ein schussel. Versalcz es nit.

Der Tag der letzten Vorbereitungen war gekommen, die ersten Kutschen der Gäste fuhren vor, und in den Küchen herschte ein wildes Treiben das mir, dem die vielen Menschen noch ungewohnt, ganz schwindlig wurde.
Gloria hatte sich meiner wieder angenommen und wies mir in ihrer ruhigen doch bestimmten Art meine Arbeit zu. Die Hausburschen schleppten unterdessen Unmengen von Geschirr, goldenen Lüstern und anderen Dingen aus den Magazinen zum Speisesaal.
Wir holten aus unserem Magazin die vorbereiteten Leckereien und richteten sie auf silbernen Platten zu wahren Kunstwerken an. Da waren Dattelküchlein, Krapfen Buttergebäck und Gewürzkuchen, auch meine Birnenküchlein, die eigentlich wie die güldenen Mandeln Glorias Werk waren wurden hinauf zum Saal gebracht.
Gasparinis filligranen Zuckerwerke wurden auf einem gut 10 Ellen langem Tisch zu einer Jagdszene zusammengestellt, Jäger, Pferde das Wild und sogar die Hunde der Treiber versammelten sich auf einer Lichtung umgeben von den Laubbäumen auf echtem Moos und Efeuranken.
Gasparini selbst arbeitete noch an einem mannshohen Schaustück aus dem zu Beginn des Gelages ein dutzend Tauben aufsteigen sollten.
- cliffhanger -

Werbung



Yummie Yummie Geburtstagskuchen von meinem Heimatplaneten !
Ich tat mir recht schwer mit den klein Mandelen, Gasparini merkte dies bald und schickte ein Magd mir zu helfen. Mit ihren geschickten Fingern hatte sie die Arbeit bald erledigt. Sie hatte ein grobgeschnittenes Gesicht und schwarze Haare aber eine ahnsehnliche Figur, beim vergülden sprach ich mit ihr und fragte woher sie den stamme da sie so gar nicht wie eine aus dem Oberland aussah. "Oh, Gasparini hat mich aufgenommen , ich bin ein Findelkind und kenne meine Eltern nicht."
Gasparini schaute des öfteren nach uns ob wir auch sorgfältig arbeiteten, als er merkte das wir miteinander sprachen zwinkerte er mir zu : " Vergesst die Arbeit nicht beim schwatzen, Vatel du kannst hernach mit Gloria ein dutzend Birnenküchlein backen, sie wird dir zeigen was du zu tun hast."
Gloria hiess sie also ich hatte nicht den Mut gehabt sie zu fragen da sie nach ihren Rundungen zu urteilen gut ein paar Jahr älter war als ich.
Sie hiess mir die Zutaten zu holen und was wir hernach zu tun hatte :

Jtem nim biren vnd schels vnnd schneid dinne fledlen,
nim ain marck von ainem oxen, zimerrerlach, zúcker, weinberlach
vnnd lasß bachen, hast dú kain marckt, so nim búter
oder sonst ain schmaltz.

Am Tag vor dem Bankett beauftragte mich Gasparini beim Concierge ein Päckchen abzuholen. Der er schaute mich misstrauisch an un hiess mich zu warten. Er verschwand und kehrte mit dem Sekretär des Herrn des Hotels zurück.
"Du sollst das dem Gasparini geben, sei auf der Hut den so mancher kehrte ohne seinen Kopf bei mir wieder ein..."
Ich nahm das in Seidentuch gefaltete Briefchen und wunderte mich der Umstände , doch lief ich so schnell ich konnte durch die Gänge als ich konnte um dies dem Gasparini zu übergeben, als ich bei ihm ausser Atem ankam grinste er: "Der Sekretär hat dir wohl recht Angst gemacht ? Sei beruhigt sobald es um Gold geht hat er die Hosen voll aus Angst vor den herren. den so manchen Fehltritt hat er sich auch schon erlaubt, so er auch Angst um seinen Kopf habe."
Wir breiteten gemeinsam das sorgsam gefaltete Briefchen auf seinem Tische aus und zum Vorschein kam ein kleiner Kalender mit dünnen Blättchen von goldenem Schein. "Das ist Hammergold, feiner als ein Haar des Menschen und du wirst mir die Mandeln vergülden die zum Ende des Banketts unseren hochehrenhaften Gästen gereicht werden.
Mach ein klein Honig Wasser, bestreich die Mandeln damit, schüts das Gold also nas darauff, drück es mit Baumwollen zu, wo es nicht gleich ligt. Du magst Lebkuchen oder anders auch also vergülden. Sonst taug kein ander Assit zu essen speis. Mach ein Höltzin Scher, damit du das Goldt hebest, greiff es mit blosser hand nicht an, es verdirbt sonst alles.
- cliffhanger -

Werbung

Kauft mehr Ferrero !
Gasparin gab mir folgenden Rat:
"Bey Festmahlzeiten oder Bancketen und sonders zweiffel mit dem frembden Wercke den frembden Namen bey uns behalten, sind nicht allein die Ohren mit der lieblichen und hertzerfreulichen Music, Lobgedichten und Liedern belustiget, das Gehirn mit wolriechenden Wassern und Rauchwerck gestärket, der Mund mit den niedlichsten Speisen und dem süssen Geträncke behäglich erfreuet, die Hände mit Auswehlung der besten Bißlein bemüssiget; sondern auch das Gesicht, als der unübertrefflichste unter allen Sinnen, mit den sinnreichen Schaugerichten vergnüget worden, Dadurch man zu guten Gespräche veranlasst wird und sind solche Speisen der Augen nicht nur zu der Zier der Tafel, sondern zu der Begebenheit auf der eingeladenen Ruhm und Namengedächtnissen gerichtet; massen die liebkosende Welt, auch in diesem Falle nichts unterlässet, was zu grosser Herren angemassten Lobe dienlich scheinet."
Ich hatte nicht geschlafen als ich am Morgen zu Gasparini ins Laboratoire kam, ausser den zwei Mägden von gestern waren auch einige Küchenjungen damit beschäftigt fremde Früchte in silbernen Körben zu stapeln, grosse Platten von Kuchen in kleine Würfel zu schneiden und mit der braunen Flüssigkeit zu überziehen.
Er begrüsste mich herzlich und bat mich ihm zu folgen. Ich durfte ihm helfen die kleinen Bäume die er hergestellt hatte auf einem Berg aus glacierten Kirschen zu einem Wald zusammenzustellen, während wir arbeiteten erzählte er mir von den Gästen die in zwei Tagen eintreffen würden.
Er erzählte mir von England und dessen späteren Lordprotector Cromwell der auf dem Weg zum Vatikan bei uns Rast machen würde. Zu seinen Ehren dem Bündnis der Eidgenössischen Versammlung und den Vennern des Roten Buches zu Bern werde ein grosses Bankett stattfinden zu dem fast 100 Bedienstete eingestellt worden waren um die Herrschaften zu bedienen.


Ich betrat das Brauhaus in der frühen Dämmerung, als ich eintrat drehten sich alle Gäste zu mir und musterten mich eingehend, vor dem grossen Schanktisch den ein grosser Stierkopf dominierte war der Stammtisch an dem die Einheimischen hockten und Tarock spielten. Ich suchte mir abseits einen kleinen Tisch an dem ich mich niederliess.
Eine dralle Bedienung erschien musterte mich abschätzend und fragte nach meinen Wünschen, unbeholfen da ich noch nie als Gast in einem Wirtshaus gewesen war fragte ich nach etwas zu speisen und zu trinken.
Sie lachte und rief in Richtung des Stammtisches hier sei einer der nicht wisse was er gern esse und trinke aber trotzdem etwas haben wolle ob sie ihm nicht helfen wollten.
Am Stammtisch erhob sich lautes Gelächter wohl waren die Herren schon reichlich angetrunken, einer rief : "Er kann meine Schuhe haben und wenn er mir zum Hof folgt gäbs auch was zu trinken" worauf das Gelächter noch lauter wurde.
Sie hatte wohl Mitleid und sagte :"Wart ich bring dir eine Vesper und ein rechtes Bier das wird dir munden."
Ich dankte und lehnte mich zurück am Nebentisch war eine Sammlung von Zetteln wohl vergessen worden die ich mir griff und so zum ersten mal eine Zeitung las.
Ich antwortete Gasparini, sein Gesicht erhellte sich und er fragte nach dem Befinden von Antonius. Alsdann fragte er mich nach meinen Kenntnissen der Zuckerbäckerei und ich musste ihm leider mitteilen das mein einziger Versuch dieser Kuchen mit den Paradiesfrüchten gewesen sei.
Er lächelte und gab mir eine seiner Notizen zu lesen und bat mich dieses Rezept ins Deutsche zu übersetzen, dies gelang mir auch fehlerfrei und rasch.
"Wir werden sehen was wir mit dir anfangen werden" sprach er und die Mägde im Eck kicherten.
"Zunächst sollten wir für eine Unterkunft für dich sorgen", er griff sich seinen Mantel und bat mich ihm zu folgen. Wir verliessen das Hostel und begaben uns durch die Gassen zu einer Pension in der auch Gasparini hauste.
Die Besitzerin hatte auch ein Wäscherei die im Hof hinter dem heruntergekommenen Haus gelegen war, über die enge Stiege erreichten wir Gasparinis Kammer unter dem Dach in der ein einzelnes Bett und ein kleiner Tisch mit Stuhl das einzige Mobiliar waren.
" Hier kannst du wohnen" meinte er," ich schlafe eh meist im Laboratoire , so kannst du meine Kammer nutzen. Die Wirtin macht dir des Abends auch ein Essen wenn du willst und zahlst, aber das würde ich dir nicht empfehlen. Falls du etwas von Wert bei dir trägst so lasse es auf keinen Fall hier, trage es bei dir oder deponiere es beim Concierge im Hostel. Ich muss zurück, die Arbeit wartet, wir erwarten hohen Besuch aus dem englischen Königreich und ich muss die Surprise fertigstellen. Am Morgen erwarte ich dich im Laboratoire bei mir". Er verliess mich un liess mich verwundert zurück, ich war gewohnt Befehlen zu folgen, aber er hatte mich wie einen des gleichen Standes behandelt, so nutzte ich den Rest des Tages Meiringen zu erkunden und besuchte des Abends wie ein Edelmann das Brauhaus der Stadt um zu Speisen und zu trinken.
- cliffhanger -

Werbung


Ich nutze nur Vatel um mit Véronique zu telefonieren !
Als ich das Laboratoire betrat fühlte ich mich ins Offizin des Antonius versetzt am Fenster ein Schreibpult an dem ein Weisshaariger stand und in einen sehr dicken Folianten, wohl sehr wertvoll da es in Leder gebunden war, seine Notizen schrieb. In der Mitte des Raumes ein Herd der so gross war wie unsere Stub in Guttannen. Ausser ihm waren zwei Mägde am Tisch in der Ecke damit beschäftigt Äpfel mit einer braunen Flüssigkeit zu übergiessen die sie aus einem kleinen Topf auf einer kleinen Flamme eines Öllichts schöpften.
Man beachtete mich nicht als ich eintrat so konnt ich zunächst ungestört zusehen wie der Mann, er war wohl Gasparini, ein weisses Pulver in einer Eprouvette über einer Kerzenflamme erhitzte bis sie flüssig und golden wurde, sodann goss er sie auf einer weissen Platte aus wo sie estarrte und er sie mit einem kleinen Messer ablöste, jetzt erst sah ich wie er die Fäden und Formen an einem anderen Tisch zu einem kleinen Baum formte.
Als er sich zurück zu seinem Pult wandte erblickte er mich. Er sah mich lange hinter seinen Gläsern an, sodann fragte er mich in reinstem Italienisch wer ich sei und was ich von ihm wolle.
Antonius hatte einen Freund in Meiringen der im Hostel als Zuckerbäcker tätig war. Ich machte mich sofort, schweren Herzens, in Gedanken an meine erste grosse Liebschaft Johanna, auf den Weg.
Bei mir, ein kurzes Schreiben an Rodolpho von Antonius, der diesen bat mich bei ihm aufzunehmen.
Am frühen Morgen begab ich mich zum Hostel.. Ich machte wohl keine grossartige Erscheinung als ich am Portal des Hostels Victoria den Portier um Einlass bat, der mich abschätzend zum Hof der hinter dem grossartigsten Gebäude schickte das ich jemals gesehen hatte.
Hier hinten im Hof sah ich zum erstenmal zweispännige Kutschen, eine Vielzahl von Dienstboten die eifrig ihrer Dienste nachgingen und ein Leben das ich bis dorthin nicht gekannt hatte.
Ich fragte einen der gleichaltrigen Burschen nach Gasparini, er schaute mich verwundert an und schickte mich zum Concierge.
Im Bureau des Concierge hiess man mich zu warten, den Brief überbrachte man dem Küchenchef.
Nach einiger Zeit erschien ein untersetzter korpulenter Mann in einem mir unbekannten Wichs, und zeigte mir den Weg zum Laboratoire von Rodolpho Gasparini.
Glücklicherweise hatte Johanna bereits von ihrem Vater die Leviten gelesen bekommen und passte mich ab. Unter Tränen warnte sie mich vor ihm, da dieser schon die Knechte alarmiert hatte, die im Nebenzimmer zur Wohnstube mit Knüppeln bewaffnet Stellung bezogen hatten.
Ich nahm die Füsse in die Hand und lief um mein Leben zurück ins Haus von Antonius nach Bottigen hinab, auf dem Weg schaute ich mich immer wieder um ob die Schergen des Wirtes nicht Lunte gerochen hatten und mich verfolgten.
Im Haus angekommen rannte ich Antonius im Hausflur fast um, er merkte sofort das etwas nicht stimmte und nahm mich in seinem Lesezimmer zur Seite. Ich gestand ihm meine frivole Beziehung mit Johanna und er kam sofort zu dem Schluss das es besser wäre die Gegend einstweilen zu verlassen um den Nachstellungen des Wirtes zu entgehen.
Mein Messer wurde zu meinem Verhängnis...
Nein ich hatte mich nicht geschnitten oder jemand anderen. Joseph der Älteste in unserer Rige hatte dem Patron von meiner Liaison mit seiner Tochter erzählt.
Als ich morgens kam schauten mich alle betreten an, keiner sprach ein Wort, als der Chef erschien sparte er mit Worten aber nicht mit Schlägen und schickte mich zum Wirt.


Meine Liaison mit der Wirtstochter Johanna verhalf mir zu meinem ersten eigenen Messer.
Ein Reisender aus dem französischen Thiers hatte es in seiner Stube vergessen, welches mir Johanna nun, aus mir unerfindlichen Gründen, schenkte.
Ich war recht stolz, denn nur der Chef konnte ein Messer sein Eigen nennen, darob die anderen recht neidvoll blickten wenn ich meines nun benutzte.
Die roten Früchte und mein Erlebnis mit der Wirtstochter hatten mich bewegt, so suchte ich bei Scappi. Um meine Verehrerin zu beeindrucken tischte ich am nächsten Tag von den übriggebliebenen Früchten eine "pasta reale di piccioni" auf: «Um eine Torte mit diversen Zutaten zu machen, von den Neapolitanern Pizza genannt». Es hatte jedoch nich viel mit der berühmten Pizza zu tun, die später im 20. Jh. so viel Erfolg in der ganzen Welt gehabt hat. Antonius Vater schrieb : Man nehme sechs Unzen geschälte Mandeln und vier Unzen geschälte eingeweichte Pinienkerne und drei Unzen frische entkernte Datteln und drei Unzen frische Feigen, dann zerstoße alle Dinge im Mörser, wobei man sie ab und zu mit Rosenwasser bespritze, damit das Ganze wie ein Teig wird; zu diesen Zutaten gebe man acht Eigelb von frischen rohen Eiern, sechs Unzen Zucker, eine Unze zerstoßenen Zimt, eineinhalb Unzen zu Pulver zerstoßene neapolitanische Mostaccioli, vier Unzen Rosenwasser; und wenn alles gut vermengt ist, nehme man die eingefettete Tortenform mit einer Schicht Pasta Reale (Mandel-Zucker-Masse) und dem nicht zu dicken Blätterteig darin, und man gebe die Mischung in die Tortenform, vermengt mit vier Unzen Butter, derart, dass sie nicht höher als ein Finger sei, und ohne Deckel backe man sie im Ofen und man serviere sie warm oder kalt, je nach Belieben. In diese Pizza kann man jede Sorte kandierter Früchte geben.
Da wir die kandierten Früchte nur für besondere Nachspeisen verwenden durften, ersetzte ich sie mit den in Scheiben geschnittenen Paradiesfrüchten.
Ich hatte heimlich eine der roten Paradiesfrüchte fallen lassen und mit einer geschickten Fussbewegung unter den Tisch geschoben, allerdings hatte die Tochter des Hauses, die mir schon länger schöne Augen machte dies bemerkt.
Als ich mich am Nachmittag heimlich in den Heuschober verzog um die Frucht zu geniessen folgte sie mir heimlich und stellte mich zur Rede. Zunächst massregelte sie mich wie die Weibsbilder das gerne tun, kam mir aber bei jedem Wort näher bis wir beide im Heu lagen. Ich wusste nicht das die Frawen unter ihren schweren Röcken auch köstliche Geheimnisse bargen.
Des Morgens hielt ein Händler seine Waren feil, er bot gar seltsame Äpfel an die so wunderbar schmeckten als ob sie aus dem Himmel auf Erden stammten. Er bot uns rote und braune an, die braunen hatte ein portugiesischer Seefahrer aus fernen Ländern zu uns gebracht, allerdings liess er sich seine Ware teuer bezahlen so das wir nur wenig davon kosten konnten. Die roten waren köstlich, saftig und schmeckten nach dem nahenden Sommer und stammten wohl aus des Händlers Heimat Italien.
- cliffhanger -

Werbung


Don't eat plastic food !
Meine erste Übersetzung aus der Opera von Antonius Vater war eine Gerstlsuppen die ich gleich am nächsten Tag kochen durfte : Um eine übliche Suppe aus Gerste zu machen. Man nehme Gerste von der Sorte, wie man sie den Pferden gibt, sie sei vor allem ganz frisch und sie sollte keinen traurigen Geruch haben: man zerstosse sie im Mörser und nehme die Späne heraus; man lasse die Gerste in einem neuen grossen Kochtopf, der keinen traurigen Geruch hat, mit Wasser kochen, man schöpfe den Schaum mit einem Holzlöffel ab und lasse sie zu Ende kochen; und man beachte, dass diese Gerste mehr gekocht werden will als Graupen, und für jeweils zwei Pfund Gerste gebe man acht Pfund Wasser durch das Seihtuch. Man muss wissen, dass man zuweilen eine gewisse gebrochene Gerste aus deutschen Landen nach Rom bringt, die gelblich ist und aus der man Gerstensuppe und andere Suppen macht. Viele Male pflegte Pius IV, höchster Papst, davon zu nehmen.
Mich erstaunte immer das die aus fernenem Lande stammenden Speisen auch uns mundeten.


Antonius hatte schon früh mein Talent im Umgang mit Speisen erkannt, das Nutzen von Rezepturen war mir durch meine Mutter geläufig und so lehrte er mich die italienische Sprache. Um mich anzuspornen schenkte er mir die Aufzeichnungen seines Vaters, die ich Nachts beim Schein eines Talglichts wie einen mit Pflaumen gefüllten Kapaun geradezu verschlang. Meine Arbeit litt sehr, da ich Morgens mit geröteten Augen in der Küche erschien und nur fahrig meine Aufgaben erledigen konnte.
Am Abend bereiteten wir den Wirtsleuten und den Bauern eine Kesselsupp und Leberwürst, die Wirtin hatte frisches Brot gebacken. Bis in die späten Abendstunden hatten wir zusammengesessen, gegessen und getrunken. Der Wirt schenkte einen Obstler nach dem anderen aus, ich merkte auf dem Heimweg, nachdem ich mehrmals vom Heimweg abgekommen war, meinen ersten richtigen Rausch.

Der Metz hatte im Winter einen Buben verloren und bat den Chef um einen Handlanger,
Das Los hatte mich getroffen als legte ich ein zweits Paar Hosen an und stopfte Stroh in in meine Schuh. Er hatte schon drei Hasen auf dem Tisch und dampfend tropfte das hellrote Blut vom Tisch als ich hinauskam.
Er war unheimlich, voll des Blutes des Morgens und wahrscheinlich auch der letzten Tage.
Viel,...viel später erfuhr ich auch das die Metzler einem dazu verhelfen konnten Sterne am Tag zu sehen, doch dazu später mehr.


Ein guot gebackenz Krepflin.
Rib kese, menge den mit eyern
vnd scharbe gesoten spec dar zvo,
mache ein schoenen derben teyc
vnd fuelle den kese vnd die eyer
dor in vnd mache krepfelin
vnd backe sie in butern oder in smaltze
noch der zit vnd gib sie warm hin.

So lehrte mich der Chef die Krepfelin die jetzt nach der Fastenzeit gereicht wurden. Als einmal der Speck rar wurde nahm ich Julienne von Wurzelgemüse welches ich in Schmalz sautierte und kleingeschnittene Zwiebelen.
Antonius fand beim Hugler im Gasthaus eine Anstellung als Küchenjunge für mich. Jeden Morgen um vier in der früh stand ich auf und machte mich auf den Weg hinauf nach Wyler, ich musste Feuer im grossen Herd machen und Holz bereitlegen für den Tag.
Der Chef war ein grobschlächtiger Mann dem die Jungen gerne aus dem Weg gingen, da er mit Backpfeifen nicht sparte. Als er einmal mit einem Holzscheit nach dem Lehrbuben warf und ihn schwer verletzte durfte ich als Commis nachrücken, mir oblag nun die Zutaten für das Mittagsmahl zu richten. Das Waschen der Rüben und des Krautes draussen am eingefrorenen Brunnen bereitete mir Anfangs grosse Mühe und ich musst hernach immer am Ofen meine tauben Finger wärmen, doch die zwei Batzen die ich als Lohn erhielt halfen mir darüber hinweg.

Wir verbrachten die Zeit zum Frühjahr bei Antonius, er lehrte mich weiter lesen und meine Mutter musste widerwillig der Jähzornigen zur Hand gehen. Sie lebte wieder auf wenn der Herr ihr aufgab im Offizin zu helfen.
Auf der Ofenbank verbrachten wir die Nacht. Am Morgen weckte uns die Magd , Antonius empfange nach dem Frühmal und seiner Toillette.
Die Magd bereitete ein Mahl für Antonius am frühen Morgen wie ich es noch nicht gesehen hatte,
Eingeweichtes Trockenobst, geqwollenes Getreide und Rahm vom Morgen mischte sie zu einem vorzüglichen Brei dessen Rezept erst 250 Jahre später an Bedeutung gewinnen werden würd.
Durch knietiefen Neuschnee stiegen wir am Morgen ab, wir erreichten den Weg auf Bottigen erst in den Mittagsstunden, der Himmel kündete vom nahenden Frühling der dem Schnee der vorigen Nacht schon trotzte.
Am frühen Abend erreichten wir Meiringen, fasziniert von dem Leben in den Gassen, im Gegensatz zu Guttannen wo bei Dunkelheit sich niemand mehr aus der Stube wagte, langten wir am Haus des Antonius an und klopften an der eisenbeschlagenen Tür, da das Offizin bereits geschlossen war.
Seine Magd öffnete und liess uns erst nach ernsthaftem Disput mit meiner Mutter ein und heischte uns an am Herd in der Küche zu warten da der Herr Antonius mit den Räten der Stadt zu Tisch sei.
Vom Norden zogen dunkle Wolken heran und trieben die ersten Schneeflocken ins Tal als wir von den Saumpfaden am Bänzlaui hinabstiegen. Als die ersten Nebelschwaden heraufzogen und die Flocken wieder dichter wurden mussten wir Schutz am Fusse einer gewaltigen Tanne suchen.
Der viele Schnee vom Jänner hatte die untersten Äste heruntergebogen und so ein Dach geschaffen, unter dem auch manches Rotwild Schutz gesucht hatte wie die Spuren zeigten.
Ich bereitete aus Moos, dürrem Reis und dem Schaffell ein Lager für Mutter und begab mich nach draussen um Harz, Rinden und totes Holz für ein kleines Feuer zu suchen das uns wärmen sollte.
Das Schneetreiben war so dicht geworden das ich nur mit Müh in den Schutz unserer Tanne zurückfand.
Es erreichte uns Nachricht von Antonius, der von unserem Unglück gehört hatte. Er wollt das wir auf Bottigen zu ihm kämen er bat meine Mutter ihm zur Hand zu gehen, und mit dem Buben werde man noch sehen.
Seine Magd war fast älter als er selbst und hätte eher Hilfe benötigt als der Antonius der täglich noch seine Wege durchs Dorf ging.
Wir hatten nicht viel zu tragen als wir uns in der Morgendämmerung aufmachten,
Brücken und Stege im Tal waren zerstört und so mussten wir hoch oben die Saumpfade nutzen um nach Bottigen zu gelangen. Der Schnee lag im Schatten der Tannen immer noch Ellenhoch und Bäch hatten sich Ihr neues Bett gegraben um uns den Weg zu erschweren.
Im Korb sammelte ich ihre Sachen während sie erwachte. Mutter fragte was geschehen sei , so zeigte ich zum Dorf hinunter,"vergebens" murmelte sie,"vergebens gebangt" unsere Hütte und all unser Eigentum verschwunden. Ich musste sie stützen auf unserem Weg zurück, so schwach war sie, doch ich wusste nicht wohin.
Der Pfarrer kam den Weg herauf uns entgegen, man hatt im Keller gemerkt das ich hinaus gelaufen war. Bei Ihm fanden wir die nächsten Tage Unterschlupf und ein warmes Mahl, obschon er immer wieder meine Mutter gewarnt hatte mit dem Zauber aufzuhören, da auch bei uns hierdroben schon Prozesse stattgefunden hatten.
Aber auch er hatte nach der Hilfe meiner Mutter verlangt, seis wenn ihn das Reissen an feuchten Tagen plagte und die Beinwickel wahre Wunder wirkten oder wenn er zu Kranken gerufen wurde deren Leiden das Wissen meiner Mutter lindern konnte.
Doch vieles war verloren, all die Aufzeichnungen die Rezepte, unser Buch und vorallem unsere Vorräte.


Der Schafstall am Weg zum Pass der Hof der Senner war verschwunden, am Wegrand fand ich ein Schaf, aufgespiesst am Zaun des Veitlbauern. Der Wind hatte ein Blutopfer gefordert und so hoffte ich er hätt meine Mutter verschont.
Ich verliess das Dorf zum Platz meiner Mutter, aufwärts am Hang entlang zu den ersten Ausläufern der Gipfel.
Auf einer Anhöhe inmitten einer Lichtung der letzten Arven hieroben ein Steinkreis, alt von vor uns Menschlein gegebener Zeit, fand ich sie am Feuer schlafend.



Wir verbrachten die Nacht bei Kerzenschein, bangend der letzte Tag sei gekommen erwarteten wir das Morgengrauen in dessen ersten Sonnenstrahlen der Sturm an Kraft verlieren würde.
Während der Veitlbauer und die Knechte über die Schäden an Ernte und Haus disputierten galt meine einzige Sorge meiner Mutter. Die Mägde sorgten sich der Wäsch und die andern schwatzten laut wie auf der Kirchweih.
Ich stahl mich aus dem Keller hinaus in den abflauenden Sturm und suchte meine Mutter.
Ich wurde unsanft von groben Händen geschüttelt als ich wieder zu Bewusstsein kam und im Schein der schaukelnden Laternen die Knechte des Veitlbauern erkannte die mich aufforderten mitzukommen.
Ich begriff nicht was die zwei von mir wollten und hatte schon einen Plan zurechtgelegt an ihnen hinaus zur Tür zu gelangen als ich des Tobens von draussen gewahr wurde.
In diesem Moment wurde mit einem lauten Ruck das Dach unserer Hütte angehoben so ich kurz den Sternenhimmel erkennen konnte. Wir rannten im nächsten Moment hinauf zum Keller des Veitlbauern wo wir Zuflucht suchten.
Der Sturm war zu einer ohrenbetäubenden Urgewalt angeschwollen,
hier unten im Keller hatte das ganze Dorf Zuflucht gefunden, der Pfarrer hatte die Knechte geschickt mich und meine Mutter zu holen doch meine Mutter hatten sie nicht gefunden.

- cliffhanger -

Werbung


Kauft mehr Öl !
Die Aare war zum Ungeheuer angewachsen, obwohl man draussen nichts mehr sehen konnte war das Beben des Bodens deutlich zu spüren, wenn hausgrosse Felsbrocken das Bachbett hinab geschoben wurden.
Ich verkroch mich mit unserer Katz in unserem Bett und hoffte so den Gewalten da draussen zu entgehen.
Im fahlen Mondlicht sass ich am Fenster in der Stube, ohn einen Docht Licht, starrte suchend hinaus, hoffte auf ihre Rückkehr.
Sah wie die Tannen den Weg hinauf schon ihre Schneelast abgeworfen hatten und sich ächzend im Sturm bogen, knirschend krachte das Gebälk über mir und ich hört wie das Vieh beim Veitlbauer schrie.


Meine Mutter warnte am Mittag die Guttanner. Ein Sturm zog heran.
Im Laufe des Tages hatte der Wind die letzten Wolkenfetzen aus dem Häslital herausgetragen.
Das Grün der Tannen war dunkel, fast unheilvoll schwarz, als meine Mutter mit dem Notwendigsten im Korb das Haus verliess um sich den Winden entgegenzustellen und uns zu schützen.
Heit Abed geyts Maultäschle in dr Brieh...ich hat den Veitlbauern geholfen sine letzte Sau zu schlachten, als Lohn erhielt ich ein sait Speck gut ein Ellen lang.

Trotz der Winterskälte und des vielen Schnees schickte meine Mutter mich auf Bottigen um beim dortigen Apotheker Antonius Sohn des Scappi Zutaten einzuholen.
Der Weg war lang, beschwerlich und oft kehrte ich nach wenigen Stunden vergebens zurück da gewaltige Schneemasseen vom Bänzlaui ins Tal stürzten und uns wieder für Wochen vom Rest der Welt abschnitten.
Meine Welt endete allerdings seinerzeit in der Stadt Meiringen im Berner Oberland und das Haslital hinauf zum Hozpiz, weiter war ich mit meinen kaum 10 Jahren noch nicht gekommen.
Der alte Antonius mochte mich, er war ein frommer ruhiger Mann der, so sagte man, früher in Italien am Hofe geweilt habe. Ich mochte seine Geschichten von den Festen am Hofe den wunderbaren Speisen die in allerdenklichen Crationen zu Tisch gebracht wurden.
Auch hoffte ich Neuigkeiten von Vater zu erfahren.
Doch ich erfuhr vom Verrat, der Zwitracht die in den Herrenhäusern herrschte, und dem Krieg der damals halb Mitteleuropa im Banne hielt. Die römisch päpstlichen Kuriere machten Rast bei Antonius , der ihnen geschickt die letzten Neuigkeiten mit schwerem Portwein von der Zunge lockte. So horchten wir auf als wir vom Ende des Krieges hörten.
Leider war die Zeit zur Rückkehr bald gekommen und ich brach auf.
Als ich die Lichter von Guttannen in tiefschwarzer Nacht endlich wiedererblickte war es fast wieder Tag geworden und die Lumpen in meinen Holzschuhen blutig gelaufen. Mir rollten Tränen der Erleichterung übers Gesicht als ich die Schwelle unserer Hütte betrat und meine Mutter wie immer am Herd stehen sah.
Meine Frostbeulen übersähten Füsse stellte sie zunächst in einen Schapf kalten Wassers während sie ihre Soibn anwärmte.

Arvensoibn

100 g Arvenpech
100 g Fichtenpech
120 g Bienenwachs
100 g Schmalz

Im Bade das Pech läutern, koch zu einer Mass,
Bilsenkraut oder Spitzwegerich in Schmalz rösten.
Abseihen und vermenge, weihe dies dem Erzengel Ionel.
Viel Pech schließt die Wunde schnell. Mehr Schmalz macht die Salb weich.
Auf ein Tuch aufgetragen und bei Geschwüren als Pflaster oder Verband umgebunden.
Auf diese Art kann man Brüche oder Wunden heilen.
Auf die selbe Weise verwende man das Harz um Eiter herauszuziehen oder Frostbeulen zu heilen.
Seit Monaten hatten wir keinen fremden Menschen mehr im Dorf gesehen, der Schnee lag heuer bis über die Dächer unseres Dorfes. Die wenigen, die sonst im Winter meine Mutter um ihre Hilfe baten und oft Tagesmärsche aus anderen Dörfern zu uns unterwegs waren, blieben aus.
Sie brachten dann als Gegenleistung Brot oder auch ein Stück Gerauchtes für die Heilkräuter und Tinkturen, und so mussten wir uns von den wenigen eingelagerten Vorräten, die uns nach der Dürre des Sommers und der vorangegangenen Jahre geblieben waren ernähren und meine Mutter hoffte das der Winter bald zu Ende ginge.
Sie betete oft und zündete im Kirchlein eine Kerze für unser Seelenheil an, aber sie verliess sich nicht allein auf Gottes Gnade, oft habe ich sie desnächtens das Haus verlassen sehen, und im Zwiellicht der Vollmondnächte im Zonderendickicht verschwinden. Im Morgengrauen kehrte sie dann zurück, über und über bedeckt mit den blutigen Malen der Dornen, mit wirrem Blick und nicht Herr ihrer selbst so das ich sie pflegen und zu Bett bringen musste wie ein kleines Kind.
Ich genoss die Winterszeit wenn wir unten in Guttannen lebten und oben am Hospiz die Winterstürme wüteten. Wir kochten Kraut während unsere Katz die Molke vom Buttern schleckte. Im Herd prasselte das Feuer und draussen griselte der Schnee.
Wir durften im Winter wenn die Hirtn bei ihren Familien im trentinischen weilten im Gesinde am Rand des Dorfes verbringen.
Ich lernte lesen und der Dorflehrer hier unten brachte mir Bücher und besuchte uns hin und wieder.
Die Kinder des Dorfes mieden uns da meine Mutter a Kraeuterhex sei. Mein Vater arbeitete im Wirtembergischen als couvreur auf dem Land. Und selten bemühte sich der Postillion zu uns herauf, Nachricht von unserem Vater zu bringen.


Meiner Mutter Ihr grösster Schatz, ein Kochbuch aus dem Wirttenbergischen , war der Grund warum ich unbedingt lesen lernen musste, und den Pater Josef bat mich lesen zu lehren.
Unsere Herrschaften legten viel Augenmerk auf die Künste zu Venedig und Dresden weshalb in unserem Hospiz Gelehrte auf der Reise von Italien verweilten, deren Gespräch ich desöfteren belauschte, und mit Staunen von der Pracht an den königlichen Höfen vernahm.
Zu besonderen Anlässen wurde diesen Gästen ein vorzüglicher Mandelbrei gereicht und je nach Jahreszeit die ein oder andere Spezialität meiner Mutter.

Ainen weissen Igel zue koch[e]n
Item ain weyssen Igel zue kochen. So
ny[m]m ain pfunt mandel den st�ss klain
vnd thue ain zugker daran, vnd schlachs
zue samen vnd mach ain rechten Igel
dorauss wann er nu[n] hert ist, So ny[m]
zwainczig mandel ker[e]n die schneid klain
vnd steck sy jm ein das s�llen sein p�rst
sein, vnd gib jm ain mandel ker[e]n jn
den mund.
- cliffhanger -

Werbung

Lasst uns heimlich in Erinnerungen schwelgen und ein kleines Mahl zu uns nehmen.
Ich bin Fritz Karl Watel geboren am vorletzten Tag des Jänner im Jahr des Herrn 1631.
Später sagte man mir ich sei im Berner Oberland aufgewachsen.
Meine ersten Erinnerungen sind brodelnde Töpfe der Geruch von Speck und Rauch, Dampf und das Geplapper der Mägde die am grossen Küchentisch oben im Hospiz sassen und Kraut schnitten. Meine Mutter sass auf einem Schemel in einer Ecke und rupfte das Federvieh.
Aber inzwischen kocht man, ja leider, schon 300-400 Jahre nicht mehr.
Angefangen hat das alles mit diesen rotgelben Schänken in denen durchgeweichte Teiglinge in Papier eingewickelt wurden und im Stehen oder sogar Gehen verzehrt wurden, welche Verschwendung, jeder weiss wie wertvoll und einzigartig Papier heutzutag ist.