Per Anhalter durch die Küchen der Galaxis



Teil 2


Scappis Vermächtnis

Die ganze Nacht zog ich durch den Ort um Gloria zu finden, im Brauhaus hatte man sie schon seit Tagen nicht mehr gesehen, auch im Hostel wo sie ab und an kleine Arbeiten erledigte wurde sie nicht gesehen. Voll Sorge und Sehnsucht suchte ich Sie auch in den Spelunken unten am Fluss in denen sich die Fuhrleute mit den Fischern, Vagabunden und Taglöhnern volltrunken im Dreck prügelten weil sie im Kartenspiel verloren hatten.
Ich kehrte in meine Kammer zurück, in der Hoffnung sie im Morgengrauen bei den Waschweibern zu finden.
Schlaf fand ich dennoch keinen, ich lauschte den Geräusch im Haus und auf der Strasse, und wartete auf das poltern der Eimer und das Gezanke der Weiber hinten im Hof.

- cliffhanger -

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best of 2007



mousse :

3 Eigelb
3 Eiweiß
500 ml Sahne
3 EL Puderzucker
1 Prise Salz
Cognac
5 g Gelatine
200 g Valrhona

gelée :

250 ml Apfelsaft
250 g Zucker
20 g Thaibasilikum
1 Tl Aunt Marys

voilà .... !

- cliffhanger -

@ Sandro :

For the forthcoming christmasdinner :

-Trommelwirbel-

The secret ingredient is : ........... Gitzi !



Mutter rührte sich nicht als ich die Kammer wieder berat, doch ihre Züge hatten sich enspannt und die Bewusstlosigkeit war einem tiefen Schlaf gewichen. Scappi trat leise hinter mir ein und bracht eine Karraffe mit Wasser und einen kleinen Krug, stellte sie neben das Bett und flüsterte leise : " S'ist nochmal gut gegangen, wenn sie erwacht wird sie Durst haben, Komm, wir können jetzt nur noch warten !"
In Scappis Stube fragte er mich nach den Neuigkeiten die ich von meinem Vater erhalten hatte. Wortlos reichte ich ihm die Notiz und den Brief. Er holte sich seine Gläser und rückte den Lehnstuhl zum Tisch und schob die Kerze noch näher zu sich heran, sein Augenlicht schwand von Tag zu Tag und er hatte sich schon oft gefragt wann die Zeit gekommen sei und er das Dämmern des Tages nicht mehr sehen werde.
" Der alte Stenz, hat er schon wieder ein Frauenzimmer beehrt." Schmunzelnd reichte er mir den Brief. " es ist besser wenn deine Mutter davon nichts erfährt..., was sind deine Pläne Fritz ?"
" Ich weiss es nicht, ich will Mutter beistehen und es zieht mich nicht in die Ferne, auch vermisse ich Gloria."
Beim Namen meiner Geliebten schaute er auf und sah mich mit prüfendem Blick lange an. "Mit einer Frau teilt man das Leid, dass man ohne sie gar nicht erst hätte, denke daran bevor du dich bindest und jetzt geh und suche Sie, und hör auf zu grübeln, morgen sprechen wir nocheimal miteinander. Du wirst sehen das du dir um deine Mutter keine Sorgen machen musst."

Paris im jahre des Herrn 1648
Mein lieber Fritz, ich hoffe du und dein Mutter sind wohlauf.

Viel Zeit ist durchs Land gezogen
seit du meine Stimme das letzte mal vernommen hast.

Doch die Wirren des Krieges in Württemberg
machten mir das Schreiben unmöglich.

zunächst war ich im Schlosse zu Sigmaringen als Couvreur und Zimmermann beschäftigt, alsbald marodierten die Schweden das Gebiet worauf ich durch die Linien der Bayern mich zur Feste Hohenzollern zurückzog um dort am westlichen Burggang mitzuarbeiten. Der Sekretär des Markgrafen zu Baden bat mich ihm nach Baden Baden zu folgen wo sein Herr der Markgraf Wilhelm sein neues Schloss bauen liess.
Eine der Frauenzimmer dort am Hofe hatte mich so in Ihren Bann gezogen dass ich Ihr einen Sohn schenkte, wohl auch durch den Umstand seine Lieblingsmätresse geschwängert zu haben expedierte mich der Markgraf und ich folgte einem der Berater des Markgrafs einem jungen Gelehrten namens
Claude Perrault. Meine liebe Frau verstarb auf der langen schweren Reise nach Paris und so langte ich allein mit dem Balg in Paris an. Gottlob Perrault ist ein umsichtiger Mann und nahm sich des Kindes an und gab ihn einem gewissen Jean Heverat in Obhut, einem guten Freund seiner Familie.
Ich bitte Dich zu uns nach Paris zu kommen.
Dein Vater

- cliffhanger -

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Aufgrund der derzeitig doch sehr nebligen Situation musste der Ursprüngliche Inhalt gelöscht werden...!

Ein tiefes, sonores Brummen, das jede Faser des Raumes und meines Körpers durchdringen zu schien, weckte mich. Desorientiert fand ich mich im Sessel am Fenster der kleinen Kammer Scappis wieder, unter der Türschwelle des geheimen Raumes waberte blaues pulsierendes Licht hervor welche sogar die kleinen Wollknäuel, in den von der Jähzornigen vergessenen Winkeln, unter dem Bett anzog, die wie von Geisterhand bewegt in kleinen blauen Spalt unter der Tür gezogen wurden und dort verschwanden.
Ich wollte mich erheben, aber es war so als ob eine schwere Last auf mir lastete und ich konnte mich nicht zur Tür begeben um nachzuschauen was dort vorsich ging.
Das Brummen schwoll zu einem ohrenbetäubenden Tosen an und verstummte plötzlich, die Last war von mir genommen und ich erhob mich und öffnete die Tür.
Meine Mutter lag wie zuvor bewusstloss auf dem Steintisch, Scappi hatte die Gegenstände aus der kleinen Lederttasche auf dem anderen Tisch ausgebreitet und war dabei in einem seiner Bücher etwas zu notieren.
Das gab mir die Zeit die Gegenstände genauer zu betrachten die ich der Zarewna abgenommen hatte. Da war eine gebundene Rolle wie die Landkarte die mir Josef bei meinem Abschied im Hospiz gegeben hatte, ein kleines wohl aus güldenem Metall gefertigtes kleiner Tubus in einem Ledermantel, ein Chronometer in achteckiger Form so klein ich bis dahin keine andere Uhr gesehen hatte und andere Kleinigkeiten die wie bunte Glassteine oder kleine Skulpturen aussahen.
Meine Mutter rührte sich nicht, "Hast du ihr helfen können, Antonius ?", fragte ich bange. "Die Zeit war kurz aber sie wird sich erholen" antwortete er, " Sie wird noch einige Zeit schlafen aufgrund der Essenzen die ich ihr verabreicht habe, aber ich glaube es war noch nicht zu spät."
Wir trugen sie zusammen in ihre Kammer und deckten sie zu.
" Was,...?" wollte ich Scappi fragen doch er schnitt mich im Wort ab und Führte mich in sein Arbeitszimmer: "Ich muss dir einiges erklären, doch zunächst musst du diese Nachricht hier lesen !" Er gab mir einen kleinen, augenscheinlich weitgereisten, Brief und eine Nachricht von Gasparini. Zunächst las ich die kurze Nachricht von Gasparini :
" Ich habe Wichtige Neuigkeiten für dich Vatel und einen Auftrag. Soeben habe ich auch diesen Brief der an dich gerichtet war erhalten. Melde dich sobald als möglich bei mir und richte dem alten Antonius Grüsse aus."
Der kleine Brief den ich nun öffnete war von meinem Vater.

- cliffhanger -

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And the Oscar goes to...

"Reisende soll man nicht aufhalten." grinste Descartes und verabschiedete sich, Pater Josef langte hinter sich und zog eine in Leder gebundene Landkarte hervor und gab sie mir. "Du wirst sie brauchen auf deiner Reise..." Verwundert erwiederte ich : "Ich kenne den Weg zurück sehr wohl, verzeiht, aber ich glaube ich finde den Weg auch ohne Karte zurück zu Scappi."
"Die Reise führt dich weiter als du denkst Watel, brich sofort auf du musst im Morgengrauen in Bottigen sein." Er zog eine Feder aus dem Schreibkasten und verfasste einen kurzen Brief an Antonius den er in einen Umschlag legte und seltsamerweise mit etwas Siegellack und dem Abdruck seines Siegelrings verschloss.
Nach gut einer Wegstunde erreichte ich den kleinen See bei Handegg und stieg weiter nach Guttannen ab, da der Weg nun leichter wurde vergrösserte ich meine Schritte und legte ein solches Tempo vor das ich, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen überhaupt die Gipfel im Osten streiften, die Wiesen im Grund vor Bottigen erreichte.
Im Office klopfte ich erst gar nicht an und nahm direkt die Treppe hinauf zu Scappi der über seinem Schreibpult eingeschlafen war, ich weckte ihn vorsichtig und machte im kleinen Ofen ein Feuer um etwas Wasser zu kochen um mir einen kleinen Aufguss aus Blättern zu bereiten, die ich von einem Händler, der aus dem fernen Osten einmal zu uns gelangt war, erstanden hatte.
Ich legte die Ledertasche auf Scappis Pult und schaute erst einmal nach dem Befinden meiner Mutter, die wie ich sie vorgestern zurückgelassen hatte immer noch in der geheimen Kammer auf dem Steintisch lag. Scappi hatte sie mit einer warmen Decke zugedeckt und ihr eine Rolle aus einem alten Mantel unter den Kopf geschoben, sie schlief und rührte sich nicht.
Scappi trat von hinten an mich heran legte mir die Hand tröstend auf meine Schulter :" Setz dich und ruh dich aus du kannst hier erstmal nichts tun, ich habe deinen Chai aufgegossen."
"Chai, Was ist das ?" " Das Getränk stammt aus dem Morgenland wo er Chai genannt wird, setz dich jetzt !"
Ich machte mir es ihm Lehnstuhl bequem und nahm einen Schluck von dem Aufguss...Chai , seltsam fernöstlich aber köstlich, und es half einem wach zu bleiben dachte ich, und war schon eingeschlafen.

- cliffhanger -

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Das Ende jeder Küchenkarriere....!

Eintretend in die dunkle Kammer sah ich zunächst nur Pater Josef an seinem Tisch, auf dem ein kleines wundersames blaues Talgkicht stand. Doch er tadelte jemanden in der Ecke des Raumes den ich vom Eingang der Kammer nicht erkennen konnte. "Lass das Geschwätz, René, wir Reisenden sind zur Stillschweigenheit verpflichtet, doch manchmal wäre es besser wir wären stumm geboren." in der Ecke räusperte sich jemand, ich trat näher und... erkannte den Gelehrten Descartes.
"Setz dich Watel, du musst so schnell wie möglich hinunter zu Antonius, er benötigt dringend die Dinge die du der Zarewna abgenommen hast um deiner Mutter zu helfen."
"Wer ist die Zarewna ?"
Descartes und der Pater tauschten besorgte Blicke. "Das wirst du noch früh genug erfahren, die Jähzornige hört auch auf den Namen Zarewna. Ich gebe dir ein Schreiben an Antonius mit er wird dich alles weitere wissen lassen."

Wenig später erschien das Gefolge auf dem Hof und der Sergeant gesellte sich zu mir und forderte mich auf ihm das gesuchte Weibsbild zu zeigen, am Ende der Gruppe betrat sie den Hof und wurde von zwei Corporalen sofort zur Seite geführt. Wie es Ihre Art war begann sie sofort zu kreischen und zu zetern auf das der ganze Hof aufmerksam wurde und uns umringte. Unter den Augen des Capitains durfte ich Ihr Gepäck untersuchen und fand alsbald eine wohlfein gearbeitete Ledertasche dessen Inhalt so gar nicht zu dem "armen alten Weiblein" passte.
Ich hatte von Scappi eine Auflistung der Dinge die ihm geraubt worden waren erhalten, mit der Warnung die Inhalte der Gegenstände anderen nicht zu zeigen. So ging ich gemeinsam mit dem Capitain die Täschchen und Behältnisse durch ohne sie genauer zu untersuchen, geschweige denn zu öffnen, die Lederriemen der Börse öffnete ich, denn meinem Gönner Scappi war auch eine nicht zu verachtende Menge an Golddukaten und Habsburger Talern entwendet worden. Das Geschrei der Jähzornigen wurde immer schlimmer, bis die Corporale sie im, jetzt Ende des Winters leerstehenden, Koben einschlossen. Bis auf wenige Batzen war alles unversehrt und so begab ich mich mit den Sergeant hinein um das Protokoll aufzusetzen, das nötig war um die Jähzornige der Gerichtsbarkeit in Unterwasser zuzuführen.
Es war Abend geworden bis wir die Formalitäten erledigt hatten und drüben aus dem Koben ertönte nur noch selten das tollwütige Geschrei der Frau.
Am Abend sassen wir zusammen und ich lernte den Gelehrten Descartes kennen, dem zunächst gar nicht wohl war ihn beim wahren Namen zu kennen, doch als der Name Scappi fiel erheiterte sich sein Gesicht, "Ich hab ihn später einmal bei Kepler kennengelernt, wo er uns beim Kartenspiel allesamt besch..eiden besiegte," er dämpfte die Stimme," in Gegenwart der päpstlichen sollte man so was wohl nicht erwähnen." er zwinkerte mir zu und rief die Magd, die mich so sehr an Gloria erinnerte, herbei uns noch mehr von diesem vorzüglichen Sherry aus Andalusien zu bringen die der Abt heimlich in seinem Keller gelagert hatte.
Der Sherry hatte Descartes Zunge gelöst und er erzählte uns von den rauschenden Festen am französischen Hof dem er nun leider den Rücken kehren musste. Die prachtvollen Gewänder das aufwändige Zeremoniell und die Tafel die unter der Last und Pracht der Speisen schier zussammenzubrechen schienen. Auch liess er das Weibsvolk nicht aus, den so frivol wie ich Gloria kennengelernt hatte, liessen sich in Paris selbst die niedrigsten Mägde gehen.
Viel später wieder einmal berauscht vom Sherry, den Geschichten und dem bunten Leben, schwankte ich die Stufen zu meiner Kammer empor als ich in Josefs Kammer noch Licht sah, ich überlegte still vor der Tür ob ich eintreten sollte, als schon Josefs Stimme erklang :
"Komm rein Watel und setz dich, ich möchte hören was geschehen ist."


In der kleinen Bibliothek fanden sich auch die Reiseberichte der Padres, einer von Ihnen beschrieb seine Reise zur Universität von Trier auf der er durch die Ländereien nördlich des Rheinfalls, entlang der Höhenzüge des Schwarzwald und des Neckars gezogen war, ich machte mir einige Notizen da ich in der vergangen Nacht beschlossen hatte mich auf die Spuren meines Vaters zu begeben.
Ich stöberte noch ein wenig in den Berichten als ich in den frühen Mittagsstunden einiger Reiter unten im Boden gewahr wurde. Es war die Vorhut der Schweizer Garde die den hohen Altieri begleitete.
Ich suchte Pater Josef auf und bat ihn dem Abt von meinem Anliegen zu erzählen, auf das dieser die Gardisten um Hilfe bitten konnte. Wir hatten kaum dem Abt berichtet als im Hof ein Sergeant und ein Capitain eintrafen. Der Abt liess den jungen Novizen gleich hinunterlaufen um den Capitain zu sich zu bitten.
Der Anführer der Gardisten bestätigte das sie in Meiringen ein Frauenzimmer um Hilfe gebeten hätte Sie bis über den Pass hinunter zu begleiten, wohl sagte Sie, Ihre Familie in Unterwasser besuchen zu wollen doch sei Ihr der Weg als arme alte Frau zu beschwerlich.
"Ich hatte gleich meine Zweifel," meinte der Sergeant ,
"für eine arme Alte war sie zu wohlgenährt und zu sauber." der Capitain strafte ihn kurz mit seinem Blick, "Wir werden Sie geziemlich empfangen." Der Abt bat mich die zwei Gardisten in die Küche zu führen um sich ein wenig zu stärken, während ich ungeduldig im Hof die Ankunft der anderen erwartete und den Knechten beim Versorgen der Gäule zusah.

Die wohlbekannten Gerüche aus der Küche weckten mich am frühen Morgen und zogen mich gleichwohl magisch in die Küche in der ich viele Stunden meiner Mutter beim Zubereiten der Speisen zugesehen hatte.
Auf dem Weg hinunter warf ich ein Blick hinaus auf den Hof, aber ich konnte im halbdunkel noch nichts erspähen, so nahm ich, auf dem kleinen Schemel sitzend, ein kleines Zmorgen zu mir. Wartend begab ich mich wenig später in das Lesezimmer, dessen Fenster gen Räterichboden zeigte.

- cliffhanger -

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Das Kochbuch wird sich etwa 30 Jahre lang auf den Bestsellerlisten finden...
... bis es keine Leser mehr gibt !

Bis zum Abend war von den Reisenden keiner hier am Hospiz erschienen, so führte ich Josef hinunter zum Speisesaal um gemeinsam mit den Padres ein mir wohlbekanntes Abendbrot zu uns zu nehmen, zur vortrefflichen Suppe reichte man uns geriebenen Chas, frisches Brot und einen kräftigen Roten aus Cortaccia in Penon.
Bis tief in der Nacht sassen wir an den groben Holztischen, bis uns der Abt zur Nachtruhe gemahnte.



Am Tisch vor dem Fenster sass Pater Josef,
"Komm herein Watel und setz dich zu mir" Sagte er, ohne sich auch nur umzusehen, ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich zu ihm.
Seine Augen starrten blind und milchig aus seinem eingefallenen Gesicht zum Fenster hinaus.
"Wie hast du mich erkannt." fragte ich. "Deine Stimme hat dich verraten, schon unten auf der Treppe hab ich dich gehört, du hast dieselbe Sehnsucht in der Stimme wie dein Vater."
Mein Vater der immer das Abenteuer gesucht hatte und jetzt im Norden in deutschen Landen verschollen war, schon seit Jahren hatten wir nichts mehr von ihm gehört.
"Was weisst du von ihm , Josef ?" "Er war immer gut zu euch, doch es fehlte das Geld euch zu ernähren also begab er sich ins Würtembergische um sich dort als Taglöhner zu verdingen, er hat euch immer Geld geschickt, doch seit fünf Jahren hörte deine Mutter nichts mehr von ihm, alle Nachforschungen blieben ergebnislos und der Krieg hat jeden Kontakt zu ihm unterbrochen."
"Der Krieg ist doch zu Ende." So glaubte ich Scappi einmal sagen gehört zu haben als er mit Reisenden sprach. " Ja der Krieg ist zu Ende doch die Ländereien, deren Besitzer und Bewohner sind in alle Winde verstreut und so ist es schwierig geworden Nachrichten zu erhalten und nach Vermissten zu suchen."
"Wo war mein Vater als man zuletzt Nachricht von ihm erhalten hat, Josef ?"
Ich glaube er war im Hohenzollerischen in einer Burg angestellt." "Kannst du mir erklären wo ich diesen Ort finde ?"
"Ich sehe nicht mehr doch kann ich dir von einem guten Freund, der sich mit der Vermessung der Ländereien beschäftigt und ein Bild unserer Welt erschaffen will, eine Karte geben."
Josef holte aus dem Regal eine Pergamentolle mit einer Darstellung der Schweizer Ländereien und rollte sie auf dem Tisch aus, zunächst wusste ich nichts damit anzufangen bis mir Josef erklärte das es das Bild des Vogels sei der über das Land fliegt.
Oben war der Norden, der Bodensee und weiter nördlich das Würtemberg wo mein Vater verschwunden war, unten die Gletscher des Aletsch und auch der Grimsel an die sich weiter südlich das Land der Päpste anschloss, im Osten zu rechter Hand das Montafon und die Habsburger Österreichische Republik und im Westen der Genfer See und das französische Kaiserreich.
In mir erwachte das Verlangen meinem Vater zu begegnen, vielleicht war er in Schwierigkeiten durch die Wirren des Krieges geraten und ich musste ihm helfen.
Doch zunächst musste ich mich um das geraubte Eigentum von Antonius kümmern, ich erzählte Josef wie die Jähzornige meine Mutter die Treppe hinuntergestossen hatte, Cappi beraubt und sich dann der Gruppe Reisender hierherauf angeschlossen hatte.

- cliffhanger -

WerbungIch bin zu alt...leider fühl ich mich grad auch so !



Kurze Zeit später passierte ich eine Rinne in der erst vor kurzem, wie ich an den frisch gebrocheneb Enden der Latschen und Alpenrosen erkennen konnte, eine riesige Lawine ihren Weg ins Tal gebahnt hatte, sie musste bis zur Talsohle gelangt sein den unten im Tal unterhalb von Handegg hatte sich vom den Wasser der Aare ein See gebildet, ich querte die Rinne und gelangte oberhalb wieder auf den Weg hinauf zum Grimsel.
In den ersten Sonnenstrahlen die über dem Schoibhoren hinweg den Talboden erreichten sah ich oben in der Ferne bereits das Joch. Ich durchquerte den Räterichboden und langte zur Mittagszeit am Hospiz an.
Ich betrat das Hospiz wo ich von einem jungen Pater begrüsst wurde, ich fragte ihn gleich nach Pater Josef den ich noch von den Sommern die ich in meiner Kindheit hierdroben verbrachte kannte.
"Pater Josef ?, der ist droben in seiner Kammer, ich zeig dir den Weg" Ich folgte dem Jungen und fragte ihn ob eine Gruppe Reisender, unter ihnen ein Engländer, hier durchgekommen sei. "Seit die Lawine unten am Handegg niedergegangen ist bist du der erste der aus dem Aaretal zu uns hochgekommen ist, ist denn der Weg von Guttannen nach Handegg wieder frei ?"
Erleichtert erklärte ich ihm das ich auf den Saumpfaden hierherauf gelangt sei, ich hatte sie eingeholt, ich konnte also in Ruhe hieroben auf sie warten und meinem alten Freund und Lehrer einen Besuch abstatten.

Auf meinem Weg hinaus auf den Weg zum Grimsel verschaffte mir die kalte Nachtluft wenigstens einigermassen einen klaren Kopf, was ich gesehen, oder besser wie Antonius mir befohlen hatte, nicht gesehen hatte verwirrte mich. Das meine Mutter ihrem Zauber und dem Heilen mit Kräutern verschrieben war war ich gewöhnt, Scappis wissenschaftliche Arbeit in seiner Apotheke und seinem Office hatte ich immer bewundert, doch das was ich nun erlebt hatte lies sich noch nicht in mein damaliges Weltbild einordnen.
Ich wusste das viele der magischen Handlungen die meine Mutter vor den Kranken vollführte nicht der Heilung dienten, sie stützte sich auf die Heilung durch uraltes Wissen um die Wirkung von Kräutern und ihren Zubereitungen, die Zaubereien nutzte sie nur um die Leute zu beeindrucken und sich vor Nachahmern zu schützen.
Waren diese Kunststückchen bei Unwissenden äusserst wirkungsvoll, übertraf das von Scappi alles was ich zuvor gesehen hatte.
Ich zweigte vom Weg ab und nahm die Saumpfade unterhalb vom Bänzlaui und erinnerte mich an den Sturm der uns damals gezwungen hatte diesen Weg hinab nach Meiringen zu nehmen. Schnell gewann ich an Höhe und war bald oberhalb der Baumgrenze angelangt und sah unter mir im ersten Morgenlicht Guttannen liegen, doch ich hatte keine Zeit zu verweilen und beeilte mich auf den Saumpfaden weiter aufwärts.

"Das verdammte Frauenzimmer", Antonius meinte die Jähzornige, "hat auch meine Uhr mitgenommen, was deiner Mutter vieles erleichtern würde." grummelte er.
Nachdem er sie auf dem Tisch ausgerichtet hatte nahm er eine Kasten mit rotem Samt überzogen und führte ihn vom Kopf meiner Mutter in einer geraden Linie bis zu Ihren Füssen.
Er entnahm dem Kasten einen regenbogenfarben schillernden Stein und begab sich in sein Arbeitszimmer um sich im Lehnstuhl zu setzen.
Er presste den Stein an seine Stirm und ein Gespinst von blauen Fäden umfing seinen Kopf währen ein leises Brummen zu hören war.
Stirnrunzelnd wandte er sich an mich : "Ich kann ihr nicht helfen, wenn ich doch meine Uhr hätte so wüsste ich was zu tun sei..." er verstummte;
"Wo finde ich das Weib." fragte ich ihn unvermittelt und beugte mich über meine Mutter um ihr die Tränen die jetzt wie kleine Rinnsale über ihre Wangen liefen abzutrocknen.
"Sie hat sich wohl den Reisenden gen Grimselpass angeschlossen.". "War ein Engländer unter ihnen ?" fragte ich.
Scappi bejahte " Doch sind sie schon gestern im Morgenrot weiter gezogen, du wirst sie nicht mehr einholen..."
"Ich kenne den Weg besser als kein anderer, wie oft hat mich Mutter desnächtens hinab zu dir geschickt ?"
In der Küche steckte ich noch einen halben Laib Brot und und ein saiten Speck in die Tasche, am Brunnen vor dem Haus füllte ich meine Trinkgefäss und folgte dem Weib.

Wir hatten Mutter in ein viel zu grosses Nachthemd von Antonius gekleidet und ich trug sie zur Treppe ins Office hinab als Antonius rief ich solle hinüber in sen Arbeitszimmer kommen.
"Soll ich sie etwa auf den Tisch legen ?" aber er war schon an einem seiner Bücherregael zu Gange, stieg auf einen kleinen Schemel, und als er in der zweiten Reihe von oben ein Buch hervorzog, schnurrte das Regal wie eine Katze, schob sich von selbst zur Seite und liess den Blick auf ein weiteres Zimmer frei das mir früher nie aufgefallen war.
In der Mitte war etwas das wohl ein Tisch war, doch massiv und ohne Füsse. "Leg sie hier ab ."Als ich Sie ablegte merkte ich das die Oberfläche des Tisches sich kühl wie Stein anfühlte und doch aufs feinste poliert war.
Sonst befand sich ausser einem weiteren Steintisch, auf dem sich sltsame gläserne Gefässe und einem Regal mit vielen Reagenzen wie ich sie im Office bei ihm schon gesehen hatte, nichts weiter in diesem Raum, keine Fenster noch irgendwelches anderes Mobiliar, die Wände und sogar der Boden jedoch waren mt demselben Metall überzogen wie die grosse Würzepfanne im Brauhaus.

Nach kaum einer Wegstunde erreichte ich Bottigen in tiefster Dunkelheit und klopfte an Scappis Haustür.
Er öffnete mir, ich fuhr erschrocken zurück, er war, seit ich ihn vor nur 5 Monaten gesehen hatte, um Jahrzehnte gealtert.
Er zog mich herein und murmelte: "Wir müssen handeln ! Und alles was du von nun an siehst, vergisst du lieber gleich..."
Ich folgte ihm die steile Stiege, die meine Mutter hinuntergestürzt war hinauf umd folgte Ihm in die kleine Kammer am Ende des Flurs. Im fahlen Schein eines kleinen seltsam blauen Talglichts unter einer gläsernen Haube, lag Sie, und rührte sich nicht einmal als wir die Kammer betraten, in Ihren jedoch geöffneten Augen sah ich einen Schimmer glitzern.
Als ich näher an Sie heranrückte und mich aufs Bett setzte sah ich wie eine Träne über die Wange hinablief.
"Wir müssen Sie zunächst waschen und und in mein Labor bringen, ich kann Sie nicht mehr heben also musst du Sie vorbereiten."
"Was hat Sie, willst du Sie
badern ?" fragte ich den Weisshaarigen.
"Meinst du ich will Sie vollends hinüberbefördern ? Ich bin keiner von denen Die nicht wissen was Sie tun, geschweige den auch nur wenig Ahnung von den Künsten des Weisen von Kos wie
Theophrastus besitzen, der sich, seit ich ihm eine Übersetzung des griechischem zukommen liess, aufführt als habe er die Weisheit der Heilung mit Löffeln zu sich genommen."
Verständnisslos blickte ich ihn an.

Das Gefühl das mich nach Meiringen zog war wohl mit einer schlimmen Vorahnung verbunden , denn kaum zwei Tage später erreichten mich abends schlimme Nachrichten von Scappi, meiner Mutter war ein böses Unglück wiederfahren.
Im Streit mit der jähzornigen Haushälterin wurde Sie von Ihr die Stiegen hinunter zur Gasse gestossen wo Sie regungslos liegenblieb. So fand Sie Scappi als er von seinen Besorgungen zurückkehrte, sie musste dort wohl den halben Tag gelegen haben war am Körper ganz kalt und nicht mehr ansprechbar.
Scappi eilte, so gut es mit seinen alten Knochen eben ging, in seine Stube um die jähzornige zu Hilfe zu holen , doch Sie war verschwunden.
Mithilfe der Nachbarn schafften Sie Mutter in ihr Bett in der kleinen Kammer neben der Küche die Sie mit der Haushälterin teilte , auch die wenigen Habseligkeiten meiner Mutter waren verschwunden.
Noch in der Nacht brach ich auf, meiner Mutter und Scappi zu Hilfe zu eilen.

Vergnügt wie ein junger Stenz verliess Gasparini kurze Zeit später die Küche und hiess mich an den Tag über nach dem rechten zu sehen und ihn an seiner Statt zu verteten.
So schlug ich im Folianten eine neue Seite auf, notierte den Tag des Herrn und begann das Tagesgeschäft einzutragen und die anfallenden Arbeiten zu verteilen, währen die ersten Mägde und Köche zu ihrem Tagwerk erschienen.
Wir hatten den ehrwürdigen Vater des späteren Papstes Emilio Altieri und sein Gefolge zu bewirten , hoch angesehene Gelehrte des Vatikans die auf der Rückreise von Münster, wo sie ein Friedensabkommen der Spanier mit den Niederländern abgeschlossen hatten, in Ihrem Gefolge ein angesehener Philosoph namens Descartes auf dem Weg nach Rom.
Die Gefolgschaft wurde in den unteren Räumen des Hospiz mit einfachen Speisen bedient währen es den Herrschaften im Lüstersaal an nichts fehlte, es waren aus den umliegenden Dörfern Hasen und Hühner herbeigeschaft worden, ein Reh geschossen und aus dem See Felchen und Forellen der Bergbäche gefangen, die nun gemeinsam angerichtet ganz ansehliche Platten hergaben.
Die Reisegesellschaft um Altieri verweilten noch einigeTage, und alsbald der Weg über den Grimselpass wieder gangbar war brachen Sie auf.
Wehmütig sah ich Sie Aufbrechen, den Ihr Weg führte Sie nach Bottigen zu meinem guten Freund Scappi und meiner Mutter.



Gasparini war am vergangen Abend länger geblieben um noch einige Krepfelin für die Kinder seiner Haushälterin zu backen, morgen war der Epiphaniastag an dem er immer die Kinder mit süssen Kleinigkeiten beschenkte.
Er hatte Eischnee geschlagen um den Teig zu heben und als er diesen unter den Teig hob tropfte ihm ein wenig auf den Rand des Pianos ,als er später Ordnung schafte entdeckte er das der Schnee getrocknet war, und nun eine knusprige und luftige Konsistenz hatte.
Gasparini war trotz seines Alters immer noch Kind geblieben , vielleicht erklärte dies auch seine grosse Liebe zur Zuckerbäckerei, und so begann er sogleich neugierig mit dem Eischnee zu experementieren. So in sene Arbeit vertieft das er wohl die Zeit vergass und bis zum frühen Morgen dann unter der Zugabe von geläutertem Zucker diese kleinen Kekse hergestellt hatte.
Ich erinnere mich diese Rezept später mehrmals zu Verführung junger Damen verwendet zu haben, unter anderem am französischen Hof und später noch einmal in St. Petersburg.

Meine Tränen waren kaum getrocknet als ich durch das laute Geschrei und Gezanke der Waschweiber unsanft wieder geweckt wurde, sie waren heute wohl besonders in Fahrt, der Boden meiner Stube erbebte wenn sie mit Ihren Zubern herumpolterten, und sich ausgiebig um den ersten Eimer warmen Wasser zankten.
Verunsichert von meinen Gefühlen letzte Nacht fand ich nun keinen Schlaf mehr und brach denn zur Arbeit auf. Ich wähnte heute Morgen der Erste zu sein der in der Küche erschien doch ich fand Gasparini eifrig über seinen Folianten gebeugt, er begrüsste mich freudig, ja geradezu erregt, zog mich zum Zuckerbäckertisch und befahl mir die Augen zu schliessen und den Mund zu öffnen. Erstaunt folgte ich ihm, er schob mir ein kleines kantiges zunächst hartes Stück Etwas in den Mund, als ich es zerbiss breitete sich mit knusprigen Knirschen eine ertaunliche Süsse im Mund aus, das Etwas löste sich im Mund aus und zurückblieb eine Zuckrige Lösung die ich nun herunterschluckte. Als ich die Augen wieder öffnete grinste Gasparini mich an und zeigte mir kleine weisse Kekse die er in einer kupfernen Läuterschüssel gesammelte hatte.
"Was ist das?" fragte ich Ihn. Er lachte: "Ich weiss es nicht, aber es ist lecker..."

- cliffhanger -

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Ich machs wie Microsoft:
neuer Look, neues Feeling...

aber inhaltlich hat sich nichts geändert !

Der erste Silberstreif die Gipfel über dem Sustenpass erhellte stieg ich die Stufen zu meiner Stube alleine hinauf, Gloria war müde, nach einer unserer durchtanzten Veitsnächte ins Gesindehaus zurückgekehrt und so sass ich übermüdet an meinem kleinen Tischchen und sah dem Schauspiel des Sonnenaufgangs zu.

Alleine hier dachte ich an mein Heimatdorf, fast hatte ich die kleine Einöde da oben in Guttannen vergessen, doch in stillen Momenten fühlte ich einen Schmerz der mich zu Tränen rührte, nicht meine Mutter war es derer ich gedachte sondern die liebliche Stille im ersten Morgengrauen über dem Haslital oder die purpurnen Abendstimmungen eingefasst von den erzschwarzen Silhouetten der mächtigen Berge ringsum.

Um meinen Schmerz zu lindern, denn auch die Kurzweil die mir mit Gloria zurteilkam, half mir nicht über dieses Gefühl hinweg so dass ich einen Brief an meine Mutter und unseren Wohltäter Scappi verfasste.

......So da zieh ich nun seit fast einem Jahre durch die Lande von Süd nach Ost dann von Nord nach West und wieder zurueck...

Sehe Menschen und Neues, Bekanntes und Fremdes, habe Hochs und Tiefs und dann bekomm ich mitten drin Heimweh ?

Ein ungutes Gefühl, das mich übermant und bisher eigentlich fremd war,
Ich merk langsam das dies meine doch immer sehr sprudelnde berufliche Kreativitaet beeinflusst und das ist ja dann bekanntermassen nicht gut fürs Geschäft.
Ich mein, mir gehts nicht schlecht, eigentlich gings mir nie so gut,

ich bin der bekannteste chef in unserer Stadt, wurde noch nie von sovielen reichen, wunderschönen Frauen umschwärmt, kann es in meinem Alter als Koch den besser sein ?

Doch Sex bringt keine Befriedigung, Geld kein Gefühl von Sicherheit, Macht und Ansehen kein Selbstwertgefühl..... ist es nicht viel zu früh um diese Erkenntnis zu erlangen?

Euer Vatel

(Aus : " Bruder San " Tagebuch eines Chefs 2006 )

Am frühen Abend brachen wir auf, um nach Meiringen im Schutze der Dunkelheit zurückzukehren.
Die ersten herbstlichen Nebelschwaden lagen schon im Talboden der Aare als wir im Schein der ersten Strasenlaternen Meiringen erreichten.
Als wir am Brauhaus vorbeizogen hörten wir wie die Musik zur Polka aufspielte, Gloria zog mich an sich heran drückte mir einen heissen Kuss auf meine Lippen und obgleich wir doch recht ermüdet von unserem kleinen Ausfluge waren zog sie mich zum Tanzboden hinauf.
Gloria s Augen leuchteten im Glanz der vielen Kerzen im Lüster über dem Tanzboden, mal aufs mal drängte sie mich weiter zu tanzen, sie begab sich einjedesmal wenn wir tanzen waren in Gefahr denn nicht jeder fand wohlgefallen an ihrer wilden üngetümen Lust.
Oft war sie gewarnt worden , denn die Schergen der Blutsgerichtsbarkeit fanden immer wieder ihre Opfer.

Hilfe !
Nachdem Veronique mich nun endgültig enttarnt hat kann ich mich nun auch mit meinem wahren Gesicht zeigen :

Have fun and think about a diet ! ( oder was macht der Mann mit den Tomaten )

- cliffhanger -

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Nachdem wir uns beim Senn bedankt und er uns noch etwas Proviant für unseren Rückweg zukommen liess stiegen im Morgenlicht hinab zum Ufer des Sees um zu baden und unsere Wäsch zu machen und wurden nackt wie Gott uns schuf von einem Fischer gestört.
Schnell packten wir unsere Sachen, zogen uns auf eine Lichtung im jungen Laubwald am Ufer zurück. Gloria legte unsere Kleidung und sich selbst zum trocknen in die Sonne während ich nach Beeren im Unterholz suchte.
Im Unterholz sammelte ich Blaubeeren, am Rand des Waldes zu waren die ersten Brombeeren zu finden, auf einer brachen Weide fand ich Sauerampfer, Postillein und Schnittlauch und so kehrte ich mit einem prall gefüllten Korb, den ich mir aus jungen Weiden am Bachlauf oberhalb geflochten hatte zu Lichtung zurück, Gloria hatte ein kleines Feuer entzündet um die Eier die der Senn uns geschenkt hatte in der Asche zu garen.
Chas, die Ascheier, das wunderbar frische Brot vom Senn und meine gesammelten Beeren und einen kleinen Salat meiner Kräuter breiteten wir auf Glorias Unterrock aus und tranken frisches Bergwasser aus einem der Quell die den Brienzer See speisten, und hatten so, lange vor den Franzosen, die den Ursprung der Esskultur heute noch für sich beanspruchen, das Picknick erfunden.


Im Abendrot erreichten wir die Alp wo die Melker gerade das Vieh zum Melken zusammentrieben und uns der Senn begrüsste. Er lud uns ein mit den Hirten zu speisen und servierte uns Magronen, einen kräftigen Roten und frisches Brot, wir verbrachten die Nacht im Heu und genossen zusammen die Stille der Nacht die wohl nur von Glorias Glückseligkeit gestört wurde.

Axalper Magronen

Müde und erschöpft von den Anstrengungen der letzten Tage gab uns Gasparini ein paar Tage frei und so genossen wir unser noch so junges Glück und wollten Glorias Stiefschwester in Brienz besuchen.
Auf dem Weg begegneten uns Landsknechte die uns warnten weiter zu wandern da der Berner Hauptmann Dübelbeiss die Gegend marodierte die Wehrfähigen von Brienz und Hasli zu mustern, um für den späteren Bauernkrieg der Einigkeit der schweizerischen Kantone Gefolge um sich zu scharen.
Also gaben wir unser Vorhaben auf und hielten uns am Südufer der Aare und wandertern ein Stück am See entlang um dann die Matten zur Axalp zu erklimmen wo der Küchenchef seinen Chas holte.

- cliffhanger -

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Danke, Danke, Danke...!


Am nächsten Morgen volltrunken des Glücks das mir mit Gloria wiederfahren war und leichtrunken aufgrund der Reste der Mengen des Weins der letzten Nacht erschienen wir zusammen im Offizin des Gasparini.
Er kündigte hohen Besuch an, eine Lady aus Cromwells Gefolge wollte ihm die Ehre erweisen und ihn besuchen.
Es erschienen zunächst ihre Lakaien mit weiss gepuderten Perücken und prachtvollen Gewändern gefolgt von der Lady und ihren Zofen. Gasparini und die Lady parlierten eine Weile wohl in Englischer Sprache derer ich nicht mächtig war.
Später durfte ich für ihn die Übersetzung eines Rezeptes in seinen Folianten niederschreiben.

What we serve for pud on a St.Georges Day:

A Fregesey of Egges.

Beat a dozen of Egs with Creame,
Sugar, Nutmeg, Mace, Rosewater,
and a Pomewater cut ouerthwart
in slices: put them into the
Frying-pan with sweet Butter,
and
the Apples first: when they be almost
enough take them up,
and cleanse your
Pan:
put in sweet Butter, and make
it hot:
put in halfe the Egges and

Creame at one time: stirre it with a
Sawcer, or such a thing. Take it out,
and put it in a Dish,
put in the rest of the Egges and Creame,
like the former,

and then put in your Apples round
about the batter. Then cast on the other
side on the top of it, and keepe it from
burning with sweet Butter.
When it
is fryed on both sides enough
wring
on the juyce of an Orenge,
and serve
it in.

You my decorate this with Orenge Chips.

Take some fresh Orenges
and pare them very thin.
Boil them in several Water
till they are tender,
and have lost theire Bitterness ;
then put them into cold Water
for twelve Hours.
Then make a Syrup for them
in the following manner:
Take about their weight of fine Suger
powder'd, and mix it
with as much Water as it will take in,
or a little more.Boil this,
And scum it well;
then drain the Orenge-Peels from the Water
they were steep' d in,
and put them in a glaz'd earthen Vessel,
and then pour the boiling hot Syrup upon them,
letting them remain so till the Day following;
then pour the Syrup from them,
and boil it afresh,
and pour it on a second time,
and repeat the same work
till your Peels are very clear,
and the Syrup very thick;
and then dry them in a Stove,
and they will be fit for use.

Finally take som fresh sleeves of Peppermint,
you'll find it in your garden.

John Murrell: A new booke of Cookerie; London Cookerie. London 1615


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- cliffhanger -

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Die Stufen schienen zu schwanken als ich zu meiner Kammer über der Wäscherei hinaufstieg, zu müde und zu betrunken vergass ich ein Hölzchen unten am Ofen zu entzünden um noch Licht zu machen, ich zog mich aus und legte mich in mein warmes Bett...warmes ?, ich drehte mich und merkte das da noch jemand bei mir lag, zu Tode erschrocken sprang ich aus dem Bett rutschte aus und schlug der Länge nach hin. Da das Zimmer nicht gerade lang war holte ich mir eine ordentliche Beule am Tisch unter dem Fenster, hinter mir gluckste es vor Vergnügen.
" Wer ist da ? " nach kurzem Kichern : " Komm, ich bin's die Gloria, ich hab lang auf dich warten müssen, aber Gasparini sagte mir schon, das ihr noch ins Brauhaus gegangen seid um euch mit den Kumpanen der Küche zu betrinken ."

Vor den Herden war es so heiss wie wohl nur im Fegefeuer der Hölle, die Küchenjungen schleppten Haufen von Brennholz herbei und schürten die Öfen bis die Platten rotglühend wurden, mit hochroten Gesichtern die Finger voll Brandblasen kochten wir uns in einen wahren Rausch.
Ein um die andere Pfanne wurde gefüllt, es wurde sautiert, gedünstet und abgeschmeckt, dann auf grossen Platten angerichtet, keiner von uns war je in den Krieg gezogen, doch hatte unsere Küche die Atmosphäre eines Schlachtfelds, man watete in blutigen Resten von Fleisch und verschütteten Speisen, jeder hatte bereits seine ersten Blessuren davongetragen doch die Kavallerie war noch nicht in Sicht, die der ganzen Szene ein kurzes gnädiges Ende bereitet hätt.
Mit einem Mal war alles vorbei, wir hatten unser Soll erfüllt und der Chef brüllte :"Es ist angerichtet, messieurs !"
Einige fielen sich in die Arme und beglückwünschten sich und suchten schon nach Resten vom Wein um ihre Arbeit gründlich zu begiessen während andere mitgenommen und müde wie verprügelte Hunde das Weite suchten.

Da noch viel Arbeit zu tun war bevor das Mahl begann bat mich ( ja er bat mich...!) der Küchenchef zu bleiben um zwei dutzend Lammkeulen zu braisieren. Ich spickte die Keulen mit Knoblauch und jungem Rosmarin, gab Schmalz in eine Kasserole und bräunte sie scharf an, als dann schmorte ich Gemüsereste die ich in der Küche fand an un karamelisierte mit Zucker. Den Wein der in der Küche zu finden war verschmähte ich und bat den Chef um einen guten Tropfen, er starrte mich verwundert an, doch schickte er einen Küchenjungen nach dem Weinkeller um einen jungen Barolo zu holen.
Nun liess er mich nicht mehr aus den Augen er beobachtete jeden Handgriff den ich tat
und kostete den jus den ich bereitet hatte. Er kniff beim probieren die Augen zusammen und schlürfte laut : "sacre dieu il est bon !..le mec."

Das Gefühl wieder am Feuer zu kochen hatte mir die letzten Tage gefehlt, der Lärm, das Feuer und der Rauch erinnerten mich an meine Zeit in Bottigen, auch wenn ich mit Wehmut an meine Zeit mit Johanna zurückdachte.
Der Chef hier war ganz anders als der grobschlächtige im Gasthaus, er war überall zugleich, gefolgt vom Küchenschreiber der all seine Anweisungen mitschrieb, schaute er auf allen Posten nach dem Rechten, er unterwies, gab Ratschlag und massregelte auch manchesmal die noch unerfahrenen Küchenjungen, doch er gebrauchte nie ein lautes oder unflätiges Wort, den alle geboten ihm Respekt und folgten genau seinen Weisungen.

Der Küchenchef bat Gasparini einige seiner Leute für die Küche abzustellen sobald er sie entbehren konnte.
Er fragte mich ob ich wüsste wie das Libum hergestellt würde, freiwohl kannte ich das Rezept seines Vaters und dessen Abwandlungen. So begab ich mich in die Hauptküche und gesellte mich zu den anderen Köchen die eher belustigt auf mich als "Zuckerbäcker" herabschauten.
Nach dem Rezept des Meister Eberhard begann ich zu arbeiten:

Wiltu machen ein meyschen kuchenn.
So nym auff zehen eyer vnd zuslach sie wol vnd
nym darzu peterlein vnd rurr es vndereinander
vnd nym einen morserr vnd secz auff ei